Besucherorientierung & Sammlungsarbeit

Bisher spielt die Sammlungsarbeit, das Bewahren und Erforschen eingeschlossen, keine große Rolle in der Diskussion um eine stärkere Besucherorientierung von Museen. Andersherum taucht die Besucherorientierung zum Beispiel in der Debatte um die Entwicklung und schriftliche Fixierung von Sammlungskonzepten nur selten auf. Findet sie doch Erwähnung, schließt sich daran häufig die Befürchtung an, eine stärkere Orientierung des Museums nach außen gehe mit einem Verlust an Wissenschaftlichkeit einher.

Wir gehen davon aus, dass Besucherorientierung nur dann nachhaltig im Museum verankert werden kann, wenn sie als Querschnittsaufgabe für das ganze Haus begriffen wird. Als Herzstück der Museen sollte die Sammlung dabei kein Tabu sein und es gilt sich Fragen der Besucherorientierung auch in diesem Feld zu öffnen.

Im Rahmen einer Ausschreibung haben wir die Museumslandschaft dazu eingeladen, mit uns darüber nachzudenken, wie besucherorientierte Sammlungsarbeit in Theorie und Praxis aussehen könnte, und um innovative Ideen für eine besucherorientierte Sammlungsarbeit gebeten.

Die Bewerbungsfrist ist am Freitag, den 10. November 2017, abgelaufen und uns liegen mehr als 30 Bewerbungen vor. Allen Museen wurde der Eingang der Bewerbung per Mail bestätigt. Anfang Dezember 2017 wählt eine externe Fachjury sechs Museen aus, die 2018 eine finanzielle Förderung in Höhe von 5000 Euro erhalten, um ihre Idee im Rahmen eines Projektes zu erproben. Darüber hinaus sind ein Vorbereitungs- und ein Auswertungsworkshop geplant, in denen sich die geförderten Museen Gelegenheit zum Austausch und zur gegenseitigen Beratung haben. Für 2019 sind außerdem eine öffentliche Veranstaltung und eine Publikation geplant.

Jury:
Julia Hagenberg, Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Leiterin Bildung
Gregor Isenbort, Leiter der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund sowie Mitglied des Vorstands des Deutschen Museumsbundes e.V.
Hans Lochmann, Leiter der Geschäftsstelle des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen
Susanne Roeßiger, Leiterin Sammlung, Bildstelle des Hygiene Museums Dresden
Dr. Markus Speidel, Leiter der Fachabteilung Volkskunde und des Museums der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch, Landesmuseum Württemberg