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Ethik & Standards 

Bewahren

Museen sammeln auch für die Zukunft. Sie bewahren Zeugnisse von Geschichte, Kultur, Kunst, Natur und Technik für künftige Generationen. Das Bewahren ist eine der Kernaufgaben der Museumsarbeit. Diese sind im Prinzip gleichrangig, doch wird man im Konfliktfall dem Bewahren Priorität einräumen, da es immer auf die längsten Fristen gerichtet ist und nur dieses den Museen ihre Objekte, also das Material für die Erfüllung der Aufgaben des Forschens, Ausstellens und Vermittelns, erhält. Unbeschadet des Wissens um die Vergänglichkeit aller Artefakte und vieler Naturdenkmäler haben die Museen in der Gegenwart alles, was heute möglich ist, zu tun, um ihre Objekte für die Zukunft möglichst lange zu erhalten. Sie haben alles zu unterlassen, was ihnen schadet, sie beschädigt oder zerstört.

 

Zu den Tätigkeiten gehört demnach die Sicherung durch fachgerechte Inventarisation und Dokumentation, die Sicherung vor Diebstahl, Klimaschäden, Verfall, Brand und Naturereignissen und die regelmäßige konservatorische Überwachung und Betreuung.

 

Immer wieder werden Museumsobjekte leichtfertig Gefahren ausgesetzt. Der ICOM-Code verbietet jeden persönlichen Gebrauch von Museumsobjekten, auch durch Museumsmitarbeiter und den Träger (vgl. Ziffer 2.26). In Büros von Amtsträgern sind Kunstwerke aus Museen vielfachen Gefahren ausgesetzt oder kommen gar abhanden. Zu den Gefahren gehört auch die Ausleihe gegen Gebühr ("art broking"), wenn es sich nicht um eigens für diesen Zweck erworbene Werke handelt (Artothek). Besonders gewissenhaft ist mit Leihgaben für Ausstellungen zu verfahren: Bedenken der Restauratoren müssen Vorrang vor Prestigedenken, Gefälligkeit oder politischem Druck haben. Schäden durch Transport, Klimawechsel und unsachgemäße Behandlung müssen unbedingt vermieden werden.

 

Grundsätzlich sind die Sammlungsobjekte zu erhalten. Es gibt aber Gründe für ausnahmsweise Aussonderung von Objekten: Verfall oder fehlende Konservierungsmöglichkeit, überquellende Depots, Gegensatz zum Sammlungsauftrag, Restitution bei ethisch zweifelhaftem Erwerb. Aussonderungen haben nach strengen, klar definierten Regeln zu erfolgen; eventuelle Erlöse dürfen nur für neue Erwerbungen verwendet werden. „Zur Problematik der Abgabe von Sammlungsgut“ haben die Vorstände des Deutschen Museumsbundes und von ICOM-Deutschland im November 2004 ein Positionspapier veröffentlicht, sowie 2011 die Publikation "Nachhaltiges Sammeln. Ein Leitfaden zum Sammeln und Abgeben von Museumsgut".


Links

Positionspapier zur Problematik der Abgabe von Sammlungsgut

(Vorstand Deutscher Museumsbund und Vorstand ICOM-Deutschland, 2004) [34 KB]

Dutch Guidelines for deaccessioning of museum objects

(Instituut Collectie Nederland, 2006)

Ent-Sammeln! Projekt der Ostfriesland Stiftung der Ostfriesischen Landschaft (2006)

Disposal Toolkit der britischen Museumsorganisation (2008)

Disposal Digest der britischen Museumsorganisation (2008)

Nachhaltiges Sammeln. Ein Leitfaden zum Sammeln und Abgeben von Museumsgut, Deutscher Museumsbund (Hrsg.), Berlin/Leipzig 2011


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