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HomeDas MuseumThemenProvenienzforschung > NS-verfolgungsbedingt entzogenees Kulturgut (Raubkunst)
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NS-verfolgungsbedingt entzogenees Kulturgut (Raubkunst)

 

Während des Nationalsozialismus verloren Millionen von verfolgten Menschen, insbesondere die jüdische Bevölkerung, ihr rechtmäßiges Eigentum, darunter zahllose Kulturgüter.

 

Die Rückerstattungsgesetze der Alliierten (1947 und 1949) und das Bundesrückerstattungsgesetz (1957) regelten Restitutionen und Wiedergutmachungen auf westdeutschem Territorium. Auf die sowjetischen Besatzungszone und das Gebiet der späteren DDR wurden diese Regelungen nicht angewandt. Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahr 1990 konnten nach dem Vermögensgesetz der DDR Ansprüche von Geschädigten für das ostdeutsche Gebiet geltend gemacht werden.

 

Trotz dieser befristeten juristischen Verfahren ist nur ein Teil der Raubkunst entschädigt oder zurückgegeben worden.

 

Auf der "Washingtoner Konferenz über Vermögenswerte aus der Zeit des Holocaust" Ende 1998 bestätigten 44 teilnehmende Nationen, darunter die Bundesrepublik Deutschland, elf Grundsätze in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden. Man einigte sich bei Akzeptanz der unterschiedlichen Rechtssysteme auf elf Aspekte im Umgang mit NS-verfolgungsbedingt verbrachten Kunstwerken. Ziel der Washingtoner Erklärung war eine "gerechte und faire Lösung" für alle beteiligten Parteien.

 

Die deutsche Umsetzung dieser elf Punkte erfolgte Ende 1999 mit der "Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz", auch als "Gemeinsame Erklärung" oder "Berliner Erklärung" bezeichnet.

Der zentralen Registrierung der Such- und Fundmeldungen von Raubkunst durch Institutionen und Privatpersonen dient die Lost Art Internet-Datenbank. Sie wurde 2001 bereitgestellt. Entsprungen ist sie einer Datenbank, die bislang nur kriegsbedingt verbrachte Kulturgüter registriert hatte. Eine ebenfalls Anfang 2001 herausgegebene und im Jahr 2007 überarbeitete "Handreichung" zur Umsetzung der "Gemeinsamen Erklärung" ist als Leitfaden für die Provenienzforschung an den Kultureinrichtungen zu verstehen.

 

Mitte 2003 konstituierte sich die "Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz". Das Gremium, unter dem Vorsitz von Frau Prof. Dr. Jutta Limbach, soll eine Vermittlerrolle ausüben und in strittigen Fällen Empfehlungen aussprechen. Eine Anrufung des Gremiums realisiert sich nur, wenn die Anspruchsteller und die Beanspruchten diesem Vorgehen zustimmen.

 

Als zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßiger Entziehungen von Kulturgut in Deutschland im 20. Jahrhundert versteht sich das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Dabei gilt das Hauptaugenmerk des Zentrums dem im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut insbesondere aus jüdischem Besitz (sog. NS-Raubgut). Grundlage für seine Arbeit in diesem Bereich sind die 1998 verabschiedeten  Washingtoner Prinzipien, zu deren Umsetzung sich Deutschland im Sinne seiner historischen und moralischen Selbstverpflichtung bekannt hat ( Gemeinsame Erklärung, 1999). Daneben zählen kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter (sog. Beutekunst) sowie Kulturgutverluste während der sowjetischen Besatzung und in der DDR zu den Handlungsfeldern des Zentrums.
Der Bund, alle Länder und die drei kommunalen Spitzenverbände haben das Zentrum zum 1. Januar 2015 als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Magdeburg gegründet.


NS-verfolgungsbedingt entzogenees Kulturgut (Raubkunst)
Kriegsbedingt verbrachtes Kulturgut (Beutekunst)
Links & Literatur
 
 
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