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HomeFachgruppen & ArbeitskreiseArchäologische Museen (FG)Archiv / Protokolle > Exkursionen
Archäologische Museen (FG) 

Exkursionen

 

9./10. November 2006

Neanderthal Museum in Mettmann,  
Westfälisches Museum für Archäologie in Herne, 

Rheinische LandesMuseum Bonn

 


Programm

Donnerstag, 9. November

10.30 Uhr

Gemeinsame Besichtigung des Neanderthal Museums in Mettmann

13 Uhr

Weiterfahrt nach Herne. Bitte Verpflegung mitbringen!

15.00 Uhr

Gemeinsame Besichtigung der Sonderausstellung und Dauerausstellung des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne


18.30 Uhr

Gemütliches Beisammensein und Übernachtung

(Parkhotel Herne EZ ab 52 EUR, DZ ab 92 EUR - Tel. 02323/955-0, rezeption@parkhotel-herne.de;

Hotel zur Post EZ ab 46 EUR, DZ 77 EUR - Tel. 02323/520 54;

Pension Sendis EZ 40 EUR, DZ 55 EUR - Tel. 02323/951996;

Mein kleines Hotel EZ 28 EUR, DZ 40 EUR - Tel. 02325/525 29, gerti.flegel@arcor.de)



Freitag, 10. November

10.30 Uhr

Gemeinsame Besichtigung der Sonderausstellung und Dauerausstellung des Rheinischen LandesMuseums in Bonn

mit Mittagspause

ca. 16.00 Uhr

Ende des Treffens



Organisatorisches:

Übernachtungen müssen bitte selbst besorgt werden.

Vom Westfälischen Museum empfohlene Hotels s.o. Die Zeiten zwischen den Besichtigungen sind auf die Zugverbindungen abgestimmt.



Rückfragen und Anmeldungen bis 23. Oktober an:

Städtische Museen Heilbronn, Deutschhofstraße 6, 74072 Heilbronn

Tel.07131/56-3092. E-Mail: Dr.Christina.Jacob@Stadt-Heilbronn.de

Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme.


Mit herzlichen Grüßen

Christina Jacob

 

Bilder s. unter www.archaeologie-im-museum.de

 

 

 

12./13. Februar 2005

Mannheim/Heilbronn

 

Ausstellungen "Pompeji. Die letzten Stunden" in Mannheim und "Hatschi...! Pollen! Blütenstaub in Medizin und Archäologie" in Heilbronn/Hohenheim statt. 

Programm

Mit dem Reiss-Engelhorn-Museum steht ein kommunales Museum mit international bedeutenden Sammlungen und Sonderausstellungen auf dem Programm, das in vielerlei Hinsicht neue Wege geht. Das Archäologie-Museum Heilbronn ist ein Beispiel für ein mittelgroßes Museum mit einer kleinen Sonderausstellung zu einem spannenden interdisziplinären Thema, zu der die öffentliche Führung in Hohenheim angeboten wird.

Samstag, 12. Februar

11.00 Gemeinsame Besichtigung der Pompeji-Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim

13.00 Gemeinsames Mittagessen

14.30 Gemeinsame Besichtigung der Steinzeit-Ausstellung "MenschenZeiten" im Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim

17.00/17.30 Abfahrt nach Heilbronn

Sonntag, 13. Februar

10.00 Besichtigung Archäologie-Museum mit "Hatschi...! Pollen! Blütenstaub in Medizin und Archäologie"-Ausstellung mit Dr. Christina Jacob

12.00/12.30 Abfahrt nach Hohenheim

14.00 Führung durch den Botanischen Garten in Hohenheim zur Vegetationsgeschichte von der Steinzeit bis zur Römerzeit mit Hans-Peter Stika

ca. 16.00 Ende des Treffens


Bericht – Exkursion Mannheim/Heilbronn

Exkursion Mannheim/Heilbronn 12./13. Februar 2005

8 Teilnehmer/innen aus Detmold, Marburg, Aschaffenburg, Heilbronn, Stuttgart, Blaubeuren, Schelklingen und Unteruhldingen trafen sich am 12. Februar im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim zur Besichtigung der Pompeji- und MenschenZeit-Ausstellungen. Nach der Begrüßung des Museumsdirektors Alfried Wieczorek führte uns der Ausstellungskurator Friedrich-Wilhelm von Hase durch die sehr gut besuchte Pompeji-Ausstellung: Pompeji. Die Stunden des Untergangs. 24. August 79 n. Chr. (28. November 2004 bis 17. April 2005). Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem Nationalmuseum Neapel sowie Pompeji und wird in Deutschland nur in Mannheim gezeigt (anschließend Brüssel, Kanada u.a.)

Vor dem Luftbild der Bucht von Neapel erhielten wir einen historischen Abriss zu der Region am Fuße des Vesuvs. Im Eingangsbereich läuft der Besucher zunächst über einen hölzernen Steg auf eines der Atmosphäre schaffenden Lichtbilder zu, das die heutige Ruinenstätte Pompeji mit dem Vesuv im Hintergrund zeigt - zur linken das Luftbild, zur rechten Strandgut – eine Ergänzung des Reiss-Engelhorn-Museums. Ebenfalls eine Mannheimer Ergänzung sind die Tafeln zur Vulkanologie, die zusammen mit dem italienischen Kollegen Giovanni Orsi von Wilfried Rosendahl erarbeitet wurden, und der eindrückliche Film aktueller Vulkanausbrüche. Großformatig wird die nachempfundene antike Katastrophe im Film gezeigt, Funde und Texttafeln geben Einblick in die Landschaft vor dem zerstörenden Vulkanausbruch.

In die Kernausstellung gelangen die Besucherinnen und Besucher quasi durch die Schuttschichten, die in Herculaneum bis zu 15 m hoch sind. Hier erfahren wir zunächst einiges über die Geschichte der Ausgrabungen, die im 18. Jahrhundert die Welt bewegten und sich in der Kunst der damaligen Zeit in vielfältiger Art und Weise wiederfinden lassen.
Dramatische Szenen verdeutlichen die mit Gips ausgegossenen Leichenhohlräume, die sogenannten Calchi, die mit dem gesprochenen Text aus den Briefen Plinius des Jüngeren die Zeit vor fast 2000 Jahren einzufangen scheinen.

Es folgen zahlreiche prachtvolle Funde: Schmuck, Waffen, aber auch Alltagsgegenstände wie Öllampen und Werkzeuge oder ein aus Weidenruten geflochtener Korb mit einer großen Anzahl zusammengebackener Silber- und Bronzemünzen. Die Fundorte werden den Personen zugewiesen und so entstehen Geschichten, die die zeitliche Spanne zwischen heute und der Katastrophe verkürzen. Große Lichtbilder und Video-Sequenzen schaffen Nähe. In den letzten Jahren ausgegrabenen Fresken beschließen die beeindruckende Schau hochwertiger Ausstellungsstücke. Die Orientierung in den antiken Stätten gelingt über Stadtpläne, in denen die entsprechenden Fundorte markiert sind. Ergänzung der Mannheimer Ausstellung sind die Grafitti auf den Ausstellungswänden, die in Pompeji beispielsweise das Theater oder die Gaststätte markieren.

Das hervorragend gestaltete Begleitbuch mit ausgezeichneten Fotos und gut lesbaren Texten dokumentiert die Themen der Ausstellungen und bietet Ausblicke darüber hinaus an:

Geschichten um einen Vulkanausbruch,
Das antike Pompeji in der Literatur,
Schatten des Lichts: Der Sandalenfilm um Pompeji,

Geschichten um einen Vulkanausbruch: Das Umfeld der Opfer
Herculaneum, Oplontis, Terzigno, Pompeji

Antike Quellen zum Vulkanausbruch
Zwei Briefe des Gaius Plinius Caecilius Secundus Minor an Tacitus,

Das Schicksal Pompejiis in der bildenden Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts

In den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim ausgestellte Objekte

Eine DVD mit Rekonstruktionen der zerstörten Städte und Filme ergänzen die in der Ausstellung gewonnenen Eindrücke und ermöglichen die Vertiefung und Rekapitulation.

Beim gemeinsamen Mittagessen mit Friedrich-Wilhelm von Hase, Alfried Wieczorek, Claudia Braun und dem Ehepaar Rosendahl wurden die Kontakte vertieft und Neuigkeiten ausgetauscht. Anschließend führten Gaëlle und Wilfried Rosendahl uns durch die Steinzeit-Ausstellung. Die 2002 eröffnete Sonderausstellung „MenschenZeit – Geschichten vom Aufbruch der frühen Menschen“ bleibt als Dauerausstellung bestehen. Die Einrichtung kostete ohne Innenarchitektur 500.000 EUR. Mit der Konzeption und Gestaltung waren ständig 15 Personen beschäftigt.

Die Ausstellung beginnt im Treppenhaus mit einer Landschaftsgestaltung und einer lebensgroßen Nachbildung eines Mammuts. Mauer als herausragender Fund der Region steht im Mittelpunkt der Darstellung zur frühen Menschheitsgeschichte. Spannend gestaltet sind die Höhlenräume mit eingelassenen Vitrinen zu bestimmten Themen. Gaëlle Rosendahl betont die Richtlinie, keine anderen als in der Steinzeit vorhandenen Materialien sichtbar zu verwenden. So gibt es keine Plexiglaswürfel mit Nummern sondern kleine Steine. Auch alle Vitrinenwände in der Ausstellung sind Höhlen- oder Lehmwänden nachempfunden.
Neanderthaler treffen auf moderne Menschen: Eine Szene nach der Höhlenlandschaft führt wieder ins Freie. Die Rekonstruktion eines Gönnersdorf-Zeltes steht einem Einbaum gegenüber. In den Vitrinen finden sich kleine Kostbarkeiten wie der älteste Bogen der Welt. Eine gemalte Landschaftsrekonstruktion führt ins Neolithikum mit einem angepflanztem Getreidefeld. Am Ende der Ausstellung steht der Feuersteinabbau.
Für die Kinder gibt es Mucks, die Maus, die sich in Inszenierungen und Vitinen versteckt. In der abschließenden Diskussion mit dem Ehepaar Rosendahl und Claudia Braun, die für die Ausstellungen des Reiss-Engelhorn-Museums zuständig ist, bei einem Kaffee im Verwaltungsgebäude werden Details abgefragt. Bei der Neueinrichtung des Zeughauses wird die naturhistorische Abteilung aufgelöst werden. Die Themenbereiche werden in die anderen Abteilungen integriert.

Im Anschluss an die Steinzeit-Abteilung schwebt den Rosendahls noch ein „Tempelraum“ mit Kostbarkeiten und eine Litfass-Säule mit Artikeln zu aktuellen Themen vor.
Zur AG-Arbeit wird bedauert, dass die Publikation der Tagungsbeiträge nicht zeitnaher erscheinen. Damit verlieren sie an Aktualität.

Zu viert ging es dann weiter nach Heilbronn. Beim gemeinsamen Abendessen und Trollinger-Probe fand ein intensiver Gedankenaustausch statt.

Am 13. Februar führte ich fünf Kollegen durch die Dauerausstellung des Archäologie-Museums Heilbronn. Die Präsentation wurde 1991 eröffnet und seither vor allem im Metallzeiten- und Römerraum durch Modelle, DVD und Neufunde ergänzt. Nachdem es uns nicht gelungen ist, ein Themen-Museum der Geologie/Archäologie und Stadtgeschichte im Gebäude Hagenbucher umzusetzen, werden nun in Einzelschritten die Räume im Deutschhof renoviert und neugestaltet.
Bei den Tafeln habe ich auf kurze Texte, Fotos mit Orientierungspunkten und verständliche Pläne geachtet. Für die verschiedenen Zeitabschnitte haben wir kräftige klare Farben gewählt, die als Brettchen in den Vitrinen und bei der Klebeschrift auftauchen. Den Kollegen fielen die staubfreien Glasflächen auf, was das Verdienst unserer Frau Litterer ist, die auch darauf achtet, das die Steinchen bei den römischen Spielen vollständig sind. Dann zeigte ich noch ein paar unserer museumspädagogischen Materialien, z.B. unseren Vorführwagen mit Originalen, unser Landschaftsmodell mit den Befunden von Langhäusern, Vorratsgruben etc., die „ausgegraben“ werden können, und Miniaturhäusern zum Platzieren einer jungsteinzeitlichen Siedlung.

Die Ausstellung „Hatschi...! Pollen! Blütenstaub in Medizin und Archäologie“ wurde am 14. November 2004 eröffnet und endet am 27. März 2005. Sie ist eine von drei Jubiläumsausstellungen zum 125jährigen Bestehens des Heilbronner Museums. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel und des Museums für Dithmarscher Vorgeschichte in Heide (heute Albersdorf) und wanderte vom Archäologiepark Belginum in Morbach/Wederath im Hunsrück ins Niedersächsische Landesmuseum Hannover und das Naturkundemuseum Leipzig nach Heilbronn. Hier wird sie als „größere“ kleine Ausstellung in den Treppenhäusern vor dem Archäologie-Museum in drei Teilen gezeigt: Biologie, Geologie/Archäologie und Medizin. Ergänzend gibt es Informationsblätter von Martin Hees: Archäologische Pollenanalysen in der Umgebung von Heilbronn, Archäologische Funde von Honig und Honigmet sowie Blütenpollen in der Religion der Navaho.

Den geplanten Besuch des Botanischen Gartens in Hohenheim ließen wir wegen des aufkommenden schlechten Wetters ausfallen.

Diskussion:
Beim Abschlusskaffee im Museums-Café waren sich alle einig, dass solche überregionalen Treffen fortgeführt werden sollen. Wenn ich zunächst als Organisatorin enttäuscht war, dass nicht mehr Kolleginnen und Kollegen Zeit hatten, so war ich nachträglich über die Gruppengröße sehr froh. Schon in Mannheim beim Mittagessen bildeten sich zwei Gruppen, da ein gemeinsames Gespräch nicht möglich war.

Rückblickend halten wir zum Besuch in Mannheim fest:
Der Eingansbereich mit dem Steg ist für Gruppen ungeschickt, wenn die Führungen beim Luftbild beginnen. Die Bildschirme sind für Einzelbesucher in Größe und Höhe in Ordnung, bei den an den meisten Tagen vorhandenen Besuchermassen jedoch zu klein und zu tief. Gleiches gilt für die Abbildungen auf den Tafeln zur Vulkanologie.
Einige Beschriftungstafeln sind so gehängt, dass sich die Besucher beim Beschauen und Lesen gegenseitig stören (wird sich nie ganz vermeiden lassen – aber wir wollen ja auch voneinander lernen). Die prächtigen Funde erwecken den Anschein, als wären die Leute von Pompeji überdurchschnittlich reich gewesen.
Die Steinzeit-Ausstellung kam insgesamt sehr gut an. Sie ist lebendig und anschaulich. Wir sind gespannt auf die weiteren Abteilungen.

Heilbronn sieht man die 14 Jahre noch nicht so an. Die klassische Gestaltung hat sich bewährt. Doch langsam verblassen die Bilder, einige Klebebuchstaben sind abgekratzt und die Ergebnisse der letzten Jahre müssen eingearbeitet werden. Mit dem neuen Doppelhaushalt soll mit der Renovierung und Aktualisierung auch im Archäologie-Museum begonnen werden.

Christina Jacob, Heilbronn

 

 

 

31. Januar 2003

Museum und Park Kalkriese 

 

Programm


am Freitag, den 31. Januar 2003

ab 10.30 Ankunft Kalkriese

11.00 - 13.00 Führung durch die Ausstellung, anschließend Diskussionsmöglichkeit mit Heidrun Derks M.A. (Museumsleiterin)

13.00 - 14.30 Mittagessen

14.30 - 16.00 Vorstellung des Marketingkonzeptes Museum und Park Kalkriese durch Dr. Sabine Düring (Event Marketing und Sponsoring)

16.00 - 16.30 Abschlussdiskussion

Weitere Informationen finden Sie unter
www.kalkriese-varusschlacht.de

 

Bericht – Exkursion Kalkriese

Exkursion zur Varusschlacht im Osnabrücker Land.
Museum und Park Kalkriese

Ein Kreis von 13 Interessierten aus Berlin, Hitzacker, Hamburg, Lübeck, Göttingen, Detmold, Dortmund, Preetz und Bremen ließ sich am 31.1. 2003 auch von ungünstigsten Wetterbedingungen nicht davon abhalten, die Exkursion zum vermutlichen Ort der Varusschlacht im Osnabrücker Land anzutreten. Museumsleiterin Heidrun Derks und der Geschäftsführer der Einrichtung Christian Jaletzke sorgten dafür, dass keiner der Teilnehmer den Besuch bereute.

Den Vormittag stellte Frau Derks das Projekt vor. Dabei wurden das ungewöhnliche - aufsehen erregende Ausstellungsgebäude sowie der zugehörige Park vorgestellt. Die Führung gab Gelegenheit, die konzeptionellen Ansätze und die gestalterische wie inhaltliche Umsetzung in Museum und Park Kalkriese intensiv kennen zu lernen und zu diskutieren. Zudem führte Frau Derks in das Marketingkonzept ihres Hauses ein und machte deutlich, wie auch mit einem vergleichsweise kleinen Personalbestand von 18 Festangestellten auf dem „platten Land“ 160.000 Besucher im Jahr gewonnen werden können. Das entscheidende sei eine professionelle, umfassende Öffentlichkeitsarbeit, die neben Kontinuität durch regelmäßige Aktivitäten auf einem ausgefeilten und gestaffelten System der Informationsstreuung und Außenwirkung beruhe..

Neben den klassischen Führungen durch Park und Ausstellung bietet das Unternehmen Sonderausstellungen, Vorträge, inhaltsbezogene Aktionstage und spektakuläre Sonderveranstaltungen wie das Osterleuchten..

Ein Blick in den Park mit seinen von den Schweizer Landschaftsarchitekten Zulauf, Schweingruber und Seippel geschaffenen Installationen, einer Mischung aus abstrakter Kunst und Rekonstruktion, eröffnete neue Perspektiven. Die drei Eisenapavillons „Sehen“, „Hören“ und „Fragen“ sollen die Besucher anregen, die eigene Wahrnehmung in Frage zu stellen und sich bewusst machen, wie aktuell das Thema Krieg und Konflikt leider immer noch ist. .

Ein Gang durch die ca. 600 qm große Ausstellung in dem Gebäude von Annette Gigon und Mike Guyer eröffnete im wahrsten Sinne des Wortes viele außergewöhnliche Blickweisen. Zum einen das ungewöhnliche Konzept: der Besucher wird - in Gestalt des Ermittlers Stahnke - mitgenommen auf die Spurensuche der Archäologen. Vom Auffinden der Schleuderbleie, den ersten in Kalkriese gefundenen Waffen, bis zur Identifikation der Varusschlacht und schließlich zur Frage, was gewesen wäre, hätte Arminius 9 n. Chr. die Römer nicht geschlagen.

Die düstere, durch kühles Metall geprägte Architektur dominiert die Ausstellung. Sie bietet drei Erzählebenen und verabschiedet sich konsequent von der fundorientierten Darstellung manch anderer Häuser. Multimedia-Einsatz (funktionstüchtig, auch noch bei 120.00 Museumsbesuchern!) und 3-D-Technik rücken das Thema Archäologie dennoch immer wieder in den Mittelpunkt und machen die Besucher zum Beispiel bei Blicken durch´s Mikroskop, Lauschen an Hörstationen oder das Abrufen einer kommentierten Bilddatenbank selbst zu Entdeckern und Forschern. Der Spannungsbogen reicht vom Auffinden der ersten Waffenfunde über die Forschungsgeschichte, die ästhetisch und überraschend in Gestalt einer Bibliotheksrecherche erschlossen wird, über naturwissenschaftliche Untersuchungen zur Rekonstruktion der römerzeitlichen Landschaft, die zur Identifikation der germanischen Abschnittswälle führte, hin zum Fund eines angeschirrten Maultieres, dass, zusammen mit den rund 1200 römischen Münzen die Anwesenheit des römischen Militärs wahrscheinlich machte und schließlich zur Benennung als Ort der Varusschlacht führte. .

Die berühmte Gesichtsmaske leitet diesen stärker von Funden geprägten Ausstellungsabschnitt ein, wobei die Funde nach den Kriterien Aura, Informationswert und Symbolgehalt unterschiedlich inszeniert werden. So wird bei den Münzen hauptsächlich mit dem visuellen Eindruck „Masse“ gearbeitet, einzelne Münzen jedoch durch kleine Sockel und Beleuchtung hervorgehoben und ihre historische Bedeutung textlich erläutert. Gleiches gilt für einzelne Stücke der römischen Ausrüstung, deren Funktion durch zeitgenössische Bildquellen verdeutlicht wird..

Alternativ zu einer naturalistischen Rekonstruktion des Schlachtverlaufs wird die Schlacht selbst lediglich in Form eines Films dargestellt, aber der hat es in sich. Schemenhafte, verwischte Bilder lassen die Besucher den Weg zur Schlacht aus der Perspektive der Römer erleben und wenn der Boden bebt, fühlt man sich dem Geschehen unangenehm nah.
Wer war Arminius? Held oder Verräter? Die Rezeption des Arminius und der Wandel unseres Germanenbildes - graphisch sehr schlüssig in mehreren, sich teilweise überschneidenden Ebenen präsentiert - bilden den vorletzten Abschnitt der Ausstellung. Schließlich sieht sich der Besucher mit der Frage konfrontiert, was gewesen wäre wenn... Dieses abstrakte Gedankenspiel in Form eines Films, wie es heute aussähe, wenn damals die Römer gewonnen hätten, entließ (zumindest mich) ein wenig nachdenklich..

Den späteren Nachmittag bestritt Christian Jaletzke mit einem umfassen Überblick über Marketing und Sponsoring in Kalkriese. Das Marketing diene dem Transport der Angebote. Der Ort der Varusschlacht, das einzige antike Schlachtfeld, das archäologisch untersucht werde, sei ein Identifikationspunkt für die Region Osnabrücker Land bzw. solle zu einem werden. Die Medienpräsenz des Unternehmens sei unverzichtbar, um die Archäologie unangreifbarer durch die Politik zu machen. .

Die Ertragsquellen des Hauses setzten sich aus Zuschüssen der öffentlichen Hand, Einnahmen aus Eintrittsgeldern, Sponsoring und Fundraising, Merchandising und Lizenzgebühren zusammen, wobei die einzelnen Kategorien naturgemäß unterschiedliche Gewichtungen hätten. Drei Angebotsebenen werden in Kalkriese offeriert:

1.

Geschichte und Archäologie mit Führungen durch Park und Ausstellungen sowie Abendvorträgen zur Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

2.

Naherholung: angestrebt ist, Besucher durch ein wechselndes Angebot zu „Wiederholungstätern“ zu machen. So wird zum Beispiel mit den Möglichkeiten zum Radwandern, Scaten, einem Kinderspielplatz, (zukünftig geplanten) Theaterabenden und einer attraktiven Gastronomie geworben.

3.

Großveranstaltungen: Aktionstage wie das Osterleuchten oder die Römertage setzen sich aus mehreren Komponenten, wie Aktionen/Vorführungen durch Externe, die Archäologie in Gestalt der Ausstellung und Mitmachaktionen für Kinder und Jugendliche zusammen. Ziel ist es, neue Besuchergruppen auf die Institution aufmerksam zu machen und sie später zu regulären Museumsbesuchern zu machen.

Ein Rundgang durch den Museumsshop mit Hinweis auf das exklusiv für Museum und Park Kalkriese entwickelte Sortiment regional produzierter Lebensmittel wie „Harter Hermann“ (Mettwurst), „Thusneldas Beste“ (Marmelade) oder Varus´ Versuchung (Waffelgebäck) rundeten die sehr informative Veranstaltung ab.

Fazit: ein zweiter Besuch ist dringend erforderlich, um weitere Facetten der komplexen, spannenden Ausstellung zu entdecken und auch der Park hat einen längeren Aufenthalt bei besserem Wetter verdient!

Ulrike Mayer-Küster M.A., Wedel.
Ulrike Braun M.A., Hitzacker.
Dieter Nitsche M.A., Wünstorf.


P.S. In anschließenden Diskussionen wurden doch noch einige Punkte kritisch angesprochen, wie etwa das Problem der schlecht lesbaren, zu kleinen Beschriftung (wird mittlerweile überarbeitet) oder die Frage, ob diese intellektuell sicher anspruchsvolle Ausstellungen für „den Besucher“, speziell natürlich Kinder, passend sei. Doch stellt sich andererseits die Frage, ob wirklich alle Ausstellungen kinderfreundlich sein müssen?

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