Wir
Mitgliedschaft
Museumskarte
Aktuelles
Projekte
Publikationen
Fachgruppen & Arbeitskreise
Das Museum
Berufe im Museum
Kulturpolitik
Links
HomeKontaktSuchenEnglishaaarss
   
HomeFachgruppen & ArbeitskreiseGeschichtsmuseen (FG)ThemenBerichte
Geschichtsmuseen (FG) 
Themen | Termine  | Publikationen  | Vorträge  | Kontakt    

2001/2002 - Geschäftsbericht der Fachgruppe Stadt- und Heimatgeschichtliche Museen

Geschäftsbericht der Fachgruppe Stadt- und Heimatgeschichtliche Museen für das Jahr 2001/2002

An der Fachgruppensitzung anläßlich der Jahreshauptversammlung in Hamburg zum Thema "Museologische Strukturen" nahmen 40 Kolleginnen und Kollegen teil, von denen einige zur Fachgruppensitzung anreisten. Im Vergleich zur Teilnehmerzahl in den Jahren zuvor ist dies eine außergewöhnlich hohe Zahl. In Halle zum Fach-grupentag 2001 kamen 70 Kolleginnen und Kollegen zum Thema "Die Ausstellung als Medium". Der Zuspruch belegt das Interesse an anspruchsvollen Themen. Vermeintliche Sprödigkeit ist offenkundig kein Hinderungs-grund, wenn der Bezug zum Museumsalltag gegeben ist.

Die Fachgruppe publiziert regelmäßig im BULLETIN und auf ihrer Webseite. Zu den Vorteilen der Webseite gehört die Möglichkeit der Einstellung umfangreicher Tagungsprotokolle, die in den klassischen Printmedien keinen Platz haben. Leider können bisher Protokolle, die auch Referate und die Diskussion einbinden und als "Arbeitspapiere" zu relevanten Themen Bedeutung über den Tag hinaus haben, nur auf Zeit bis zur nächsten Aktualisierung eingestellt werden. Wünschenswert wäre ein Archiv - Link. Die Fachgruppenpublikation "Zur Struktur der Dauerausstellung Stadt- und Heimatgeschichtlicher Museen" ist vergriffen. Wünschenswert ist es, auch sie, die als elektronische Publikation enstanden ist, ins Netz zu stellen.

Im Geschäftsjahr erschienen ist der von der Fachgruppe gemeinsam mit dem Fortbildungszentrum Abtei Brau-weiler, Rheinisches Archiv- und Museumsamt herausgegebene Sammelband "Museumsreform - kooperativ! Perspektiven & Kontroversen & Positionen". Das BULLETIN 3 - 2001 publizierte eine intensive Rezension.

Die Fachgruppe widmet sich am Mittwoch, dem Tag der Fachgruppen, dem Nürnberger Stadtmuseum Fembo-haus, dem Museum Industriekultur und dem Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Die Nürnberger Museumslandschaft ist ein rares Beispiel dafür, daß die großstädtische Museumslandschaft aufgrund einer Ge-samtkonzeption der städtischen Museen die gesamte Geschichte der Stadt repräsentieren. Da der kontinuierliche Wandel städtischer Lebenswelten nicht weniger kontinuierlich neue Überlieferungen schafft, sind historische Museen und Stadtmuseen mit dem Dilemma konfrontiert, daß die Ressourcen nicht mitwachsen, die Museen "versteinern" und der Aufgabe einer Präsentation der gesamten Geschichte der Stadt oder der Region bereits aus museologisch gesehen "äußerlichen" Gründen nicht gerecht werden können. Nürnberg bietet ein interressantes und in der Lösung der Investitionsprobleme hinischtlich mitwachsender Ressourcen überzeugendes Modell.

Auf unserem Fachgruppentag 2002 in Bamberg werden wir den Blick auf das 19. Jahrhundert richten, auf die klassische Phase der Gründung von "Geschichtsmuseen". Wir sehen in aller Regel in den Gründungen so etwas wie Manifestationen eines Vergangenheitskultes, der explizit gegen Industrialisierung und heraufdämmernde Moderne gerichtet ist. Neuere Untersuchungen zur Stadt im Übergang zur Moderne lassen daran zweifeln, daß für die Kontextbedingungen der Museumsgründungen bereits die entwickelte Antinomie von Tradition und Mo-derne unterstellt werden kann. Dies scheint eine Projektion des 20. Jahrhunderts zu sein. Die Museumsgründun-gen reagieren auf den Wandel und seinen Fortschrittsdiskurs. Zugleich fällt auf, daß eine Utopie des Städtischen als fortschrittlicher Lebenswelt den Diskurs motivierte. Wenn die Museen Manifestationen dieses Diskurses sind, ist zu erwarten, daß er sich in der Sammeltätigkeit zum 19. Jahrhundert spiegelt. Die Untersuchung der Sammeltätigkeit läßt somit auch auf die Wiederentdeckung des Städtischen als Qualität hoffen, die uns im 20. Jahrhundert abhanden gekommen ist.

Unter TOP Fachgruppenangelegenheiten wird auf der morgigen Fachgruppensitzung der Vorstand neu gewählt. Fachgruppensprecher und Beirat werden ein Konzept für einen "Arbeitsvorstand" mit definierten Aufgaben vorlegen. Er resultiert aus den Erfahrungen des Aufbaus der Fachgruppe und wird die Fachgruppenarbeit konso-lidieren: Durch definierte Zuständigkeit, durch flexiblere Eintrittsmöglichkeiten in die Vorstandsarbeit und durch verbesserte Kontinuität.

Dr. Jürgen Steen

Berichte
Geschäftsordnung
Plauener Erklärung
Protokolle
 
 
Sitemap | FAQs | Impressum | Seite drucken