Bauhaus@Gropiusstadt – Nachbarschaft gestalten

Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung

Das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung versteht sich als Ort für kreatives Lernen, interdisziplinären Austausch und kritischen Dialog, der Menschen und Ideen verbindet.  

Mit dem Outreach-Programm Bauhaus@Gropiusstadt stellt das Bauhaus-Archiv die städtebaulichen Konzepte der 60er-Jahre auf den Prüfstand und geht gemeinsam mit jungen Menschen der Frage nach, was die jungen Bewohner*innen der Großsiedlung Gropiusstadt heutzutage brauchen. Das Programm „Bauhaus@Gropiusstadt“ möchte Begegnungsräume und Formate schaffen, in denen die jungen Neuköllner*innen ihr Lebensumfeld aktiv gestalten können. Welche Anregungen kann das historische Bauhaus dafür geben? Mit einem Team aus Expert*innen und einer Vielzahl kreativer Angebote üben sich Kinder und Jugendliche im künstlerischen Ausdruck und entwickeln in einem ergebnisoffenen Prozess eigene Ideen zur Gestaltung ihrer Lebensräume. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, gesellschaftlichen Ausschlussmechanismen aktiv entgegenzuwirken und Teilhabegerechtigkeit bewusst zu thematisieren.  

„Die Bedürfnisse und Perspektiven von Jugendlichen wurden ernst genommen und als Ausgangspunkt für die Gestaltung von Vermittlungsangeboten verstanden. Die Jugendlichen haben eine Vergütung für ihre Tätigkeit als Vermittlerinnen erhalten und das Praktikum als Raum für Selbstbestimmung und kulturelle Teilhabe erlebt. Als aktive Gestalterinnen ihrer Lebenswelt wurde ihre Selbstwirksamkeit gestärkt.”
Regina Huber, Vermittlung/Outreach 

Zeitraum 
Das Programm Bauhaus@Gropiusstadt läuft seit 2024 und wird prozesshaft und kontinuierlich weiterentwickelt. 

Finanzieller Rahmen
Das Programm Bauhaus@Gropiusstadt wird gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Rahmen der Pilotphase der Jugendkulturinitiative 2024/2025/2026 (Förderphase endet am 30.6.2026). 

Beteiligtes Personal im Museum
Regina Huber (Vermittlung/Outreach), Friederike Holländer (Leitung Vermittlung und Outreach) 

Beteiligte externe Personen oder Gruppen
Freies künstlerisches Team des Bauhaus-Archivs, Kooperationspartner*innen aus sozialen und bezirklichen Einrichtungen der Gropiusstadt  

Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und/oder umgesetzt?
Wohnen in der Gropiusstadt: Welche Auswirkungen haben die städtebaulichen Konzepte aus den 1960er-Jahren auf das Leben der Bewohner*innen von heute? Welche Rolle spielen die Ideen des Architekten Walter Gropius heute? Wie beeinflusst die Architektur das tägliche Leben? Welche Formen nachbarschaftlicher Gemeinschaft gibt es? Welche Orte sind wichtig für junge Menschen im Quartier?  

Ausgehend von diesen Fragen haben wir mehrere Projekte an unterschiedlichen Orten in der Gropiusstadt partizipativ und unter Einbeziehung der Bedürfnisse der Partnerschaften entwickelt. Im Fokus der Projekte steht, gemeinsam mit künstlerischen Ausdrucksformen zu experimentieren und voneinander zu lernen und dies als Prozess zu begreifen. Die Workshops reichten von einer Design-Werkstatt und einer Nähwerkstatt in einem Mädchensportzentrum über einen wöchentlichen Kochworkshop „Bauhaus auf dem Teller“ im Jugendzentrum Wutzkyallee bis hin zu Bau- und Ferienprojekten mit unterschiedlichen Kooperationspartner*innen in der Gropiusstadt. 

Inreach-Aspekte:
Im Rahmen von Bauhaus@Gropiusstadt verlegen wir seit 2024 unsere regelmäßigen Strategietreffen/Teamtage mit allen Mitarbeiter*innen in Räumlichkeiten in der Gropiusstadt, um reale Begegnungen vor Ort zu ermöglichen. Alle Mitarbeitenden bekommen so einen direkten Einblick in das Programm und erleben den Sozialraum, in dem wir als „Museum vor Ort“ aktiv sind. Die Resonanz ist sehr positiv, da die Mitarbeitenden ein lebendiges Bild von den Aktivitäten in der Gropiusstadt bekommen und das Verständnis für Outreach- und Inreachprozesse sich seitdem deutlich erhöht hat.   

Welche zentralen Learnings hat das Museum mitgenommen?
Ein wesentliches Learning war die konsequente Perspektivverschiebung: Schülerinnen der Walter-Gropius-Schule wurden beim Praktikum am Bauhaus-Archiv nicht als Teilnehmende, sondern als Expertinnen ihrer eigenen Lebenswelt verstanden. Aus ihrer Sicht entwickelten sie eigenständig einen Workshop für Besucher*innen. Ihr Wissen, ihre Erfahrungen und ihre kreativen Zugänge standen im Zentrum des Prozesses, begleitet von künstlerischem Experimentieren und gemeinsamem Ausprobieren. 

Teamtage vor Ort im Sozialraum als zentrale Maßnahme für Inreach-Prozesse haben das Verständnis bei der Mitarbeitendenschaft über Vermittlungsdiskurse erhöht. 

Prozessorientiertes Arbeiten und Flexibilität ist die Voraussetzung für einen vertrauensvollen Beziehungsaufbau mit den Kooperationspartner*innen. 

Aktives Zuhören und Bedürfnisse der Kooperationspartner*innen einbeziehen ermöglicht faire Partnerschaften. 

Literatur und Weblinks 
https://www.bauhaus.de/vermittlung-outreach/bauhaus-gropiusstadt/ 

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