Co-Creation als Organisationsentwicklung

Ein Museum lernt, sich nachhaltig zu öffnen
Museum August Kestner, Hannover

Im Projekt sollte ein strukturelles Problem überwunden werden: Öffentlichkeit und Organisation sind zu wenig miteinander verbunden. Im Zentrum der Entwicklung eines neuen „Claims“ für das Museums stand die bewusste Erweiterung des Akteursfeldes: Mitarbeitende aller Bereiche, externe Akteur:innen, Nicht-Besucher:innen sollen zukünftig in die Programmentwicklung einbezogen werden. Methodisch wurden Service-Design-Formate ausprobiert. Co-Creation wurde dabei nicht als partizipatives Add-on, sondern als Werkzeug für echte Organisationsentwicklung verstanden. 

„Ein lernendes Museum entsteht dort, wo Verantwortung geteilt und Perspektiven wirklich ernst genommen werden.“ Anne Gemeinhardt, Direktorin der Museen für Kulturgeschichte Hannover, Reto Wettach, Professor für Service Design an der Fachhochschule Potsdam, Paul Beaury, Ausstellungsgestalter und Berater für Museen in Veränderung 

Zeitraum 
September 2024 bis Februar 2025 

Finanzieller Rahmen
Haushaltsmittel für Organisationsentwicklung  

Beteiligtes Personal im Museum
Abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe aus vier Kurator*innen, Leitung Bildung und Kommunikation, Museumspädagogin, Ausstellungstechniker sowie die Museumsleitung 

Beteiligte externe Personen oder Gruppen
In den Prozess wurden gezielt externe Perspektiven eingebunden: 

  • ausgewählte Tester*innen aus unterschiedlichen Kulturmilieus auf Basis der Milieudaten des IKTF (Institut für kulturelle Teilhabeforschung)
  • Expertinnen aus Tourismus, Teilhabeforschung und Kulturpolitik sowie des Museumsverbandes Niedersachsen und Bremen e.V. 
  • das erweiterte Netzwerk des Museums, u. a. der Förderverein 

Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und oder umgesetzt? 

  • Zielsetzungsworkshop: gemeinsame Klärung des Projektauftrags, Entwicklung der Zielsetzungen sowie Definition zentraler Zielgruppen
  • Service-Design-Sprints: drei zweitägige Sprints mit jeweils 
  • Eintauchphase (Perspektiven, Kontext, Zielgruppen) 
  • Ideenphase mit Entwicklung erster Prototypen 
  • Testing und gemeinsame Auswertung 
  • Online-Testing: Entwicklung und Test von drei Landingpage-Varianten zur Überprüfung von Resonanz und Relevanz 
  • Auswertungsworkshops: gemeinsames Auswertungsgespräch zur Einordnung der Ergebnisse und Ableitung der weiteren Schritte 

Welche zentralen Learnings hat das Museum mitgenommen? 

  • Präzise Zielgruppenausrichtung, gewagter Schritt auf neue Zielgruppe 
  • Neue Methoden zu Servicedesign, agilem Arbeiten und Nutzer*innenzentrierung 
  • Gestärktes Vertrauen in die gemeinsame Handlungsfähigkeit eine vom ganzen Team getragenen besucher*innenzentrierten Neuausrichtung des Museums  

Literatur und Weblinks
https://leopard.tu-braunschweig.de/receive/dbbs_mods_00079428 

alt=""

zurück zur Übersicht