Eine Cultural Heritage Response Unit (CHRU) steht ab sofort international für die Notversorgung von bedrohtem Kulturgut bereit. Entwickelt wurde sie von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), dem Leibniz-Zentrum für Archäologie (LEIZA) und dem Deutsche Archäologische Institut (DAI). Die Einheit soll im Einsatz insbesondere folgende Aufgaben übernehmen: Fernerkundung, Dokumentation, Evakuierung, Notkonservierung, Sicherung und Stabilisierung von mobilem und immobilem Kulturgut. Sie umfasst im Vollbetrieb ein 43-köpfiges Team sowie 18 Tonnen Material, ausgelegt für Einsätze von mindestens 10 Tagen.
Die CHRU ist eines der ersten Module im europäischen Katastrophenschutzverfahren (UCPM), das sich auf die Nothilfe für beschädigtes oder bedrohtes Kulturgut spezialisiert. Neben Katastrophenschutzeinheiten etwa für die Personenrettung oder die Wasseraufbereitung kann Deutschland ab sofort die Unterstützung durch die Einheit anbieten, wenn ein Land nach einer Katastrophe internationale Hilfe ersucht. Gemäß EU-Standards kann die CHRU innerhalb von 96 Stunden nach Annahme des Hilfsangebots durch das betroffene Land entsendet werden, in der Regel erst nach Abschluss der lebensrettenden Sofortmaßnahmen.
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