Die Ausstellungswerkstatt bot Raum und einen Rahmen, um gemeinsam (mit Co-Kurator*innen und Besucher*innen) die zentrale Frage „Was hat Kolonialismus mit mir zu tun?“ zu diskutieren, neue Formate auszuprobieren, In- und Outreach-Prozesse anzustoßen und Inhalte für die daran anschließende Sonderausstellung „Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe“ gemeinsam mit Co-Kurator*innen zu erarbeiten. Zentral war dabei das Anliegen, Perspektiven von B(I)PoC zu gewinnen, die bisher in der musealen Auseinandersetzung mit der Regionalgeschichte unterrepräsentiert sind. Dafür brauchte es im Sinne eines anti-rassistischen Kuratierens angemessene Formate und Voraussetzungen, die gemeinsam diskutiert wurden. Ein Beispiel dafür war ein Safer Space – Zeitfenster für B(I)PoC. Für einen bestimmten Zeitraum – vier Stunden pro Woche – wurde darum gebeten, Menschen, die persönlich von Rassismus betroffen sind, einen Raum zu geben, der sie vor weiteren (auch unbewussten) Diskriminierungen schützt.
„Durch Offenheit, Transparenz und konstruktive Kritik entstanden neue Formen des Ausstellens und der Partizipation bei uns am Museum. Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen und die Offenheit, die uns in begegnet sind und für die Chance zu Lernen. Das Projekt hat unser Arbeiten für die Zukunft stark geprägt.“
Jana Golombek, Wissenschaftliche Referentin / Stellvertretende Museumsleiterin
Zeitraum
März bis Oktober 2023 (Ausstellungswerkstatt)
Juni 2025 bis Oktober 2025 (Ausstellung)
Finanzieller Rahmen
Unter 100.000 € für die Ausstellungswerkstatt
Zusätzlich zum Budget des Museums gab es finanzielle Unterstützung von der LWL-Kulturstiftung und es wurden weitere Drittmittel eingeworben beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und der Landeszentrale für politische Bildung
Beteiligtes Personal im Museum
Museumsleitung Zeche Zollern & wissenschaftliche Referentin als Projektleitung
Wissenschaftliche Volontärin
Social Media Managerin (in Teilzeit)
3 Kuratorinnen (in Teilzeit)
Studentische Volontärin (in Teilzeit)
Welche externen Gruppen oder Personen waren ggf. beteiligt?
Co-Kurator*innen, die künstlerische Interventionen erarbeitet, Interviews geführt und einen Film produziert haben
Critical Minds – Berater*innenkreis bestehend aus Künstler*innen, Wissenschaftler*innen und Aktivist*innen aus der Region
Unterschiedliche Vereine Initiativen und Personen aus Dortmund und Umgebung, die sich mit dem Thema (Post)kolonialismus auseinandersetzen
Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und oder umgesetzt?
künstlerische Interventionen die später in Ausstellung umgesetzt wurden
Ein Aufnahmestudio, das in Ausstellungswerkstatt und Ausstellung für Statements, Interviews, Podcasts genutzt wurde
eine analoge Erinnerungskarte, die in der Ausstellung in digitaler Form fortgeführt wurde
Unterschiedliche Veranstaltungen: Musik, Performances, Workshops, Spoken-Word Workshop, aus dem eine Publikation entstanden ist („Von Blumen und Wolken“)
Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?
Wie wichtig Transparenz (nach Innen und Außen) für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ist
Es lohnt sich, neue Wege zu gehen, Zuzuhören, Kritik anzunehmen
Partizipation braucht Zeit und Ressourcen, dafür müssen andere Dinge wegfallen
Links und Literatur
https://zeche-zollern.lwl.org/de/ausstellungen/archiv/postkolonialismus/
Instagram und TikTok. @dasistkolonial
https://www.museumsbund.de/wp-content/uploads/2025/05/museumskunde-2024-digital.pdf
