Dauerausstellung „SHELTER. Vom Leben im Dazwischen“

Museum Friedland

Die Dauerausstellung in der Nissenhütte, einer historischen Unterkunft in der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland, blickt auf die Lebenssituation von Geflüchteten seit 1945 bis heute. Entwickelt von einem zehnköpfigen Co-Kurationsteam mit eigenen Bezügen zum Ort, stellt sie die Erinnerungen, Gefühle und Eindrücke der Bewohner*innen gestern und heute in den Mittelpunkt. Sie thematisiert das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen in Aufnahmeeinrichtungen und wird selbst zum Begegnungsort.   

„Für die Beteiligten war dieses Projekt eine reflexive Auseinandersetzung mit eigenen Erinnerungen sowie eine Strategie, sich selbst in gesellschaftliche Debatten und kulturelle Bildungsprogramme einzubringen. Durch die partizipative Ausstellungsgestaltung möchten wir diese Erfahrung an die Besuchenden weitergeben.“ Anna Louise Weßling, Referentin für partizipative Bildungs- und Ausstellungsformate  

Zeitraum
Co-Kurationsprozess von Januar bis Oktober 2024, Eröffnung im November 2024  

Finanzieller Rahmen
71.000 Euro  

Beteiligtes Personal im Museum
Vier hauptamtliche Angestellte aus den Bereichen Bildung, Sammlung und Wissenschaft  

Beteiligte externe Gruppen oder Personen
Zehn Co-Kurator*innen, zwei Gestalter*innen 

Formen der Partizipation
Co-Kuration einer Dauerausstellung: Entwicklung des kuratorischen Konzepts, Entwicklung eines Gestaltungskonzepts, Beteiligung an der Umsetzung (Textarbeit, Übersetzungen, Audio- und Fotoauswahl …)  

Welche Programmformate sind daraus entstanden?
Dauerausstellung in einer historischen Nissenhütte  

Was sind die wichtigsten Learnings für das Museum?
Die Musealisierung von Migrationsgeschichte an einem zeitgenössischen Ankunftsort für schutzsuchende Menschen erfordert einen partizipativen sowie diversitätssensiblen Prozess der Kuration und Ausstellungsgestaltung, um allen Generationen von Zeitzeug*innen gerecht zu werden. 

Die inhaltliche Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart birgt auch auf der Ebene der Ausstellungsgestaltung ein großes Potenzial, um zwischen Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven auf denselben Ort einen Dialog zu schaffen. 

Mehrsprachigkeit in Ausstellungen sendet ein klares Signal an alle Besuchenden: Ihr seid willkommen. Kreative Lösungen für Platzmangel lassen sich finden! In der Nissenhütte wurden Texte in sechs Sprachen umgesetzt. 

Literatur und Weblinks zum Projekt
https://museum-friedland.de/museum/ausstellung/nissenhuette-shelter/ 

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