Ziel der Ausstellung war es, die Konstruktion von ‚Fremdheit‘ in der europäischen Kunst und deren Blick auf nicht-europäische Kulturen zu untersuchen. In vier Themensektionen (Amerika-Konstruktionen, Fiktionen des Orients, Expressionismus und kolonialistische Aneignung, der weiße Blick) wurden Kunstwerke und Bildthemen aus einer repräsentationskritischen Perspektive auf ihre historischen Entstehungskontexte und ihr jeweiliges Publikum hin betrachtet. Die historischen Narrative des „Fremden“ wurden dabei mit zeitgenössischen künstlerischen Perspektiven konfrontiert und durch diese hinterfragt.
„Die Ausstellung ermöglichte einen kritischen Blick auf die historischen Bilderzählungen des ,Fremden‘, die als ‚Erfindungen‘ und Spiegel europäischer Selbstwahrnehmung sichtbar wurden und als solche bis in unsere heutige Gegenwart nachwirken. Damit bot sie Anregung, eigene Positionierungen und bis heute wirksame Sichtweisen bzgl. des ‚Fremden‘ kritisch zu reflektieren.“
Dr. Julia Carrasco, Sammlungsleitung Gemälde und Grafik und Ausstellungskuratorin
Zeitraum
Laufzeit der Ausstellung: Oktober 2024 bis Januar 2025
Vorbereitungszeit 2 Jahre
Finanzieller Rahmen
Im Wesentlichen hauseigener Ausstellungsetat, Kostenteilung mit Kooperationspartnern bei einzelnen Veranstaltungen
Beteiligtes Personal im Museum
Ausstellungskuratorin (Konzeption, Organisation, Ausstellungstexte, Katalog, Veranstaltungsprogramm) sowie Registrarin, Restauratorinnen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Kunstvermittlung
Beteiligte externe Gruppen oder Personen
Städtisches Amt für Chancengleichheit/Fachbereich Antirassismus (Prozessbegleitung und Veranstaltungskooperation)
Studierende der Freien Universität Berlin (Kooperation „Interventionen“)
Interkulturelles Zentrum der Stadt Heidelberg (Veranstaltungskooperation)
Deutsch-Brasilianischer Verein Entre Águas e. V. (Veranstaltungskooperation)
Initiative Black History in Baden-Württemberg (Veranstaltungskooperation)
Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und/oder umgesetzt?
Prozessbegleitung und Beratung des Projektes durch den Fachbereich Antirassismus des Amtes für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg
Konzeption von „Interventionen“ zu ausgewählten Kunstwerken durch eine Gruppe Studierender der Freien Universität Berlin mit aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen und Denkanstößen für Besuchende
Verwendung diskriminierungssensibler Sprache und Schreibweisen sowie erläuternde Content Note in Ausstellung und Katalog
Veranstaltungsprogramm u. a. zu den Themen Dekolonisierung, transkulturelle Kunstgeschichte, Workshop zu Kunstgeschichte und Anti-Rassismus, Kunstgeschichte und Globaler Süden, Orientalismus, Expressionismus und Kolonialismus sowie Fremdheit im deutschen Hip-Hop
Themenführungen zur Konstruktion von Weiblichkeitsnarrativen und dem weißen Blick
Kunstpädagogisches Angebot für Besuchende, eigene Gedanken zum Thema des Fremd-Seins zu teilen
Ausstellungskatalog mit Essays von Autor*innen der repräsentationskritischen Kunstgeschichte
Audioguide in deutscher und englischer Sprache
Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?
Bereitschaft zur selbstkritischen Reflexion der eigenen fachlichen und institutionellen Praxis
Bedeutung der Integration nicht-institutioneller Perspektiven und Expertisen
Bereitschaft zum kritischen Dialog
Bedeutung von Sprache als Instrument kritischer Reflexion
Links und Literatur
https://www.museum-heidelberg.de/Museum-Heidelberg/startseite/ausstellungen/die+erfindung+des+fremden+in+der+kunst.html
Ausstellungskatalog „Die Erfindung des Fremden in der Kunst“, hrsg. von Frieder Hepp, bearb. von Julia Carrasco, Petersberg 2024