2021 – mitten in der Corona-Pandemie – entwickelte die AG Diversität des LWL-Museums Henrichshütte ein Leitbild für die Diversitätsentwicklung. Etwa anderthalb Jahre nach dem Start des Diversitätsprozesses und einer ersten Sensibilisierungsphase bot der Leitbildprozess eine gute Gelegenheit, Werte, Ziele und Maßnahmen der Diversitätsarbeit zu reflektieren. Das Leitbild richtete sich vor allem nach innen und diente der AG Diversität als Orientierung für die praktische Umsetzung im Museum.
„Ein Leitbild lebt durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung. Es braucht die richtigen Akteure und muss sich mit der Zeit weiterentwickeln, um relevant zu bleiben.“
Anja Junghans, Agentin für Diversität
Zeitraum
Frühjahr/Sommer 2021
Finanzieller Rahmen
Honorar für externe Begleitung
Beteiligtes Personal im Museum
AG Diversität: Mindestens ein:e Mitarbeiter:in aus jedem Arbeitsbereich (Verwaltung, Wissenschaft, Kulturvermittlung, Besuchsservice, Veranstaltungsmanagement, Veranstaltungstechnik, Haustechnik)
Beteiligte externe Personen oder Gruppen
Unterstützung (Input und Moderation) durch Kollegin aus dem 360°-Netzwerk, Aida Ben-Achour, Diplom-Kommunikationswirtin und zertifizierte interkulturelle Trainerin
Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und/oder umgesetzt?
Recherche zu Leitbildern für Diversität von Museen, Hochschulen und Unternehmen
Erarbeitung des Leitbildes für die Diversitätsentwicklung durch die AG Diversität innerhalb von zwei Sitzungen
Endredaktion durch die Agentin für Diversität und ein Mitglied der AG Diversität
Vorstellung des Leitbildes und gemeinsames Aufhängen in Sitzungs- und Gemeinschaftsräumen im Rahmen einer großen Dienstbesprechung
Welche zentralen Learnings hat das Museum mitgenommen?
Je nach Ausgangspunkt und Reifegrad eines Museums in Bezug auf Diversität ist es sinnvoll, eine Sensibilisierungsphase vor der Erarbeitung des Leitbildes einzuplanen. Diese Phase schafft ein gemeinsames Verständnis und bereitet die Beteiligten darauf vor, ein fundiertes und tragfähiges Leitbild zu entwickeln. In unserem Fall steckte das Museum in Sachen Diversität noch in den Kinderschuhen. Deshalb haben wir das Leitbild nicht zu Beginn des Prozesses erarbeitet, sondern anderthalb Jahre nach dem Start des Diversitätsprozesses und ein Jahr nach der Gründung der AG Diversität. Dazwischen lagen mehrere Sitzungen, in denen wir uns intensiv mit den Grundprinzipien von Diversität in Museen auseinandergesetzt haben.
Wer an der Leitbildentwicklung beteiligt ist, kann den Einflussbereich des Leitbildes maßgeblich bestimmen. Unser Leitbild wurde nie veröffentlicht und blieb vorwiegend eine Orientierung für die AG Diversität, da es ohne die Einbindung der Leitung erarbeitet wurde.
Wichtig ist, dass ein Leitbild nach seiner Entwicklung nicht in der Schublade verschwindet, sondern lebendig bleibt. Direkt nach der Erarbeitung ist alles noch frisch, doch spätestens nach einem Jahr ist der genaue Wortlaut oft nicht mehr präsent. Deshalb ist es sinnvoll, das Leitbild regelmäßig zu überprüfen, anzupassen und mit den geplanten Maßnahmen abzugleichen. Uns ist das leider aus verschiedenen strukturellen Gründen nicht gelungen. Wir nehmen diesen Beitrag jedoch zum Anlass, das Leitbild nach fünf Jahren noch einmal zu überprüfen.
