Freiflächen

Stadtmuseum Berlin, BERLIN GLOBAL – Berlin Ausstellung im Humboldt Forum

Die Freiflächen sind drei Sonderausstellungsflächen in BERLIN GLOBAL, die von externen Partner:innen kuratiert werden. Eine unabhängige Jury mit Fokus auf stadtgesellschaftliche Relevanz und museal marginalisierte Positionen trifft die Projektauswahl. Die Partner:innen entwickeln dann die Inhalte und entscheiden über die Gestaltung der Präsentationen, während das Stadtmuseum Berlin alle Prozesse begleitet und unterstützt. Zu den Freiflächen finden immer Veranstaltungen und Vermittlungsangebote statt. 

„Die Freiflächen stärken die Netzwerke des Stadtmuseums Berlin in der Stadtgesellschaft. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein hohes Maß an Vertrauen – und dabei ist das Vertrauen ins Museum kein Selbstverständnis, sondern es muss in jeder Kooperation neu erarbeitet werden.“
Sophie Perl, Partizipation und Freiflächen, Fachteam Programmkurator:innen und Brenda Spiesbach, Kuratorische Mitarbeit Berlin Global, Fachteam Programmkurator:innen 

Zeitraum
2023 – 2026 Entwicklung des Formats: 2020-21 

Öffentliche Ausschreibungen: 2021 und 2023 

Neun Freiflächen-Ausstellungen, Laufzeit jeweils 1,5 bis 2 Jahre zwischen Juli 2021 und Januar 2028 

Finanzieller Rahmen
Die Ausstellungsbudgets inklusive Honorare, Dienstleistungen und Produktion bewegen sich zwischen 20.000 und 70.000 Euro, abhängig von den Kooperationsstrukturen und Projektbedürfnissen. 

Beteiligtes Personal im Museum
Projektleitung / kuratorische Begleitung 

Raumgestaltung (projektabhängig) 

Tischlerei (projektabhängig) 

Unterstützung aus den Teams Marketing & Kommunikation, Veranstaltungen, Outreach & Vermittlung 

Beteiligte externe Gruppen oder Personen
Entweder Vertreter:innen zivilgesellschaftlicher Organisationen oder künstlerisch arbeitende Gruppen, immer in Zusammenarbeit mit einem breiteren Netzwerk an Beteiligten. 

Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und oder umgesetzt?
Neun Freiflächen-Ausstellungen in BERLIN GLOBAL mit begleitendem Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm.  

Schwerpunkte: 

  • Identität, Zugehörigkeit und Widerstand in der postmigrantischen Gesellschaft 
  • neurodiverse künstlerische Positionen zu Berlin-Themen 
  • Gentrifizierung 
  • Wohnungslosigkeit 
  • feministische Gärten 
  • queere migrantische Orte 
  • Zukunftsvisionen von Jugendlichen 

Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?

  • Die Freiflächen sind als komplexe, längerfristige, ko-kuratorische und zugleich kleinflächige Ausstellungen ein herausforderndes Format – sowohl für die Partner:innen als auch für das Museum. Dennoch lohnt sich der Ansatz! Denn:  
  • Die Ausstellungen schaffen eine hohe Sichtbarkeit für die Anliegen der Partner:innen.  
  • Sie machen dadurch die Ausstellung BERLIN GLOBAL zu einem Identifikationsort für die Partner:innen, ihre Netzwerke und andere Besucher:innen, die sich in den Themen und Perspektiven selbst wiederfinden.  
  • Durch die Verknüpfung von persönlichen Erzählungen und aktuellen gesellschaftlichen Themen resonieren die Freiflächen mit vielen Besucher:innen und erhöhen die Relevanz der Ausstellung BERLIN GLOBAL. 
  • Die Kooperationen erweitern die Netzwerke des Museums nachhaltig und sind wichtige Grundlagen für künftige Projekte. 
  • Vor allem durch das Begleitprogramm erreicht das Museum neue Publikumsgruppen und schafft relevante, gegenwartsbezogene Angebote.  
  • Die Partner:innen fühlen sich ermächtigt, das Format Ausstellung auch in Zukunft für ihre Arbeit zu nutzen.  
  • Zu den Erfolgsbedingungen der Projekte gehören museumsseitig: 
  • Grundsätzliches Vertrauen / Wohlwollen nach innen und außen. 
  • Eine offene, empathische, neugierige, transparente, lernfähige Grundhaltung des Museums und der beteiligten Mitarbeiter:innen. 
  • Bereitschaft, Deutungshoheit abzutreten – sowohl bei der Auswahl als auch bei der Erarbeitung der Themen. 
  • Angemessene personelle und finanzielle Ressourcen.  
  • Langfristiges Commitment zum gemeinsamen Projekt sowie personelle Kontinuität über die Projektdauer und darüber hinaus. 
  • Transparenz über Entscheidungsprozesse und inhaltliche Grenzen. 
  • Hohe Kommunikations- und Verhandlungskompetenz. 
  • Klare interne Strukturen und Kommunikationswege. 
  • Bereitschaft zur Gestaltung von Aushandlungsprozessen und Konfliktlösungen. 

Links und Literatur
https://www.stadtmuseum.de/freiflaechen 

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