Für die Intervention RE-CALL in den Räumen der Gemäldegalerie „Bilderspaziergang“ im Historischen Museum haben Künstler*innen aus unterschiedlichen Herkunftsländern Kunstwerke aus der Gemäldegalerie ausgewählt. Sie haben sich mit den historischen Werken auseinandergesetzt und darauf reagierend eigene künstlerische Arbeiten geschaffen. Sowohl die historischen als auch die zeitgenössischen Werke werden im Museum gemeinsam präsentiert. Die Kunstwerke der Intervention greifen aktuelle Themen wie Klimakrise, Gender, Migration, Freiheit und Inklusion auf. Sie schaffen Raum für Diskurse über die Gestaltung einer demokratischen, vielfältigen, inklusiven und partizipativen Gesellschaft.
„Mit ihren Kunstwerken lädt RE-CALL dazu ein, miteinander in Dialog zu treten, Geschichten zu teilen und neue, sogar unerwartete Blickwinkel zu entdecken. Museen – auch historische – sollten als Räume für den Dialog, für die Verteidigung der Menschenrechte, für die Gleichberechtigung von Menschen in allen Dimensionen der Vielfalt, für soziale Gerechtigkeit sowie für die Förderung von Frieden und Zusammenhalt wirken.“
Dr. des. Eleonora Cagol, Kuratorin für die Kulturelle Bildung bei den Museen der Stadt Bamberg
Zeitraum
April bis Oktober 2025
Finanzieller Rahmen
15.000 Euro
Beteiligtes Personal im Museum
Kuratorin, Projektleitung: Dr. des. Eleonora Cagol
Kuratorische Beratung: Dr. Eva Schurr, Auri Tusa
Kulturelle Bildung: Dr. des. Eleonora Cagol
Ausstellungsgestaltung und umsetzung: Dr. des. Eleonora Cagol, Julia Heine, Stefan Heinze, Harald Klemenz, Zoltán Toth
Übersetzungen: Auri Tusa
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Silke Heimerl
Social Media: Dr. des. Eleonora Cagol, Auri Tusa, Julia Heine
Museums-App: Dr. des. Eleonora Cagol
Verwaltung: Christine Harzmann, Helga Maierhofer
Museumstechnik: Julia Heine, Stefan Heinze
Sammlungsmanagement: Antje Spiekermann
Museums Service GmbH: Christiane Wendenburg
Beteiligte externe Gruppen oder Personen
Künstler*innen: Eleonora Cagol, Sara Degan, Donatello Giorgi, Evgenia Mekhova, Giuseppe Peterlini, Simona Saccoccia, Judith Siedersberger
Key Visual: Simona Saccoccia
Vermittlungsformate in Kooperation mit: Kunstgruppe Open Art Bamberg, Freundeskreis der Museen um den Bamberger Dom e. V., Freund statt Fremd e. V., Universität Bamberg, Christopher Street Day Bamberg e. V.
Formen der Partizipation
Die Künstler*innen waren von Anfang an in die Konzeption der Intervention eingebunden. Jede Entscheidung – von der Werkauswahl über die Gestaltung bis hin zur Titelauswahl – wurde gemeinsam getroffen. Es wurde diskutiert, abgewogen und am Ende eine für alle passende Lösung gefunden. Jede*r Künstler*in hat den Raumtext zu den eigenen Werken, die Präsentationen für die sozialen Medien und die Texte für die Museums-App verfasst. Auch das Rahmenprogramm der Intervention wurde gemeinsam mit den Künstler*innen organisiert.
In den Räumen der Gemäldegalerie wurden drei Mitmachstationen eingerichtet. Dort können große und kleine Besucher*innen ihre Wünsche zum Museum äußern und selbst kreativ werden, indem sie eigene Kunstwerke schaffen.
Ein Teil des Rahmenprogramms wurde in Zusammenarbeit mit der queeren Community und dem Christopher Street Day Bamberg e. V. organisiert.
Welche Programmformate sind daraus entstanden?
Gespräche mit den Künstler*innen und der Kuratorin
Konzerte im Hof der Alten Hofhaltung
Workshops „Demokratie braucht Kunst“ mit Simona Saccoccia und Judith Siedersberger
Kunst Snack (kurze Führung in der Mittagspause)
Vortragsreihe „Uni im Museum“ (Vorträge von Professor*innen und Mitarbeitenden der Uni Bamberg zu Themen der Intervention)
Kreativnachmittage für Kinder und Familien
LGBTQIA+ Führung
Öffentliche Kinderführungen
Aperitif-Führungen
Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?
Die Intervention RE-CALL hat gezeigt, dass die Einbindung von Künstler*innen in partizipative Formate das Museumserlebnis deutlich bereichert. Ein zentrales Learning ist, dass Neuinterpretationen historischer Kunstwerke einen besonderen Zugang zu den Ausstellungsinhalten schaffen und somit das Verständnis und die Wertschätzung für die präsentierten Themen verstärken. Zudem wurde deutlich, dass die Einbeziehung aktueller Themen in den Dialog mit historischen Werken sowie aufgeschlossener Vermittlungsansätze die Zugänglichkeit erhöht und ein breiteres Publikum anspricht. Insgesamt hat RE-CALL verdeutlicht, wie wichtig es ist, Museen als lebendige Orte des Austauschs und der Reflexion zu gestalten.
Literatur und Weblinks zum Projekt
www.museum.bamberg.de
