Mein Museum

Mein Museum. Mein Ort.
Foto: Hữu Phú, Unsplash
Mit „Mein Museum. Mein Ort.“ startet der Deutsche Museumsbund eine bundesweite Initiative, die Museen gemeinsam mit jungen Menschen neu denkt. Im Zentrum stehen die Perspektiven von 16- bis 24-Jährigen: Sie werden nicht nur eingeladen, Museen zu besuchen, sondern aktiv daran mitzuwirken, ihre Geschichten zu erzählen – multimedial, hybrid und nah an den Themen ihrer Lebenswelt.
Ausgehend von Objekten, Orten und Sammlungen entwickeln Museen zusammen mit jungen Co‑Creator:innen neue Narrative zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen. In experimentellen Arbeitsphasen entstehen so Formate, die Beteiligung ermöglichen, Relevanz schaffen und Museen als offene Orte positionieren. Entscheidend ist, ob sich junge Menschen angesprochen fühlen und Museen als „ihren Ort“ wahrnehmen.
Das Programm verbindet Co‑Creation, Storytelling und strukturelle Weiterentwicklung: Es stärkt die Kompetenzen der Museen, neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben, und macht die daraus entstehenden Erfahrungen bundesweit sichtbar und nutzbar. Begleitende Kommunikation, praxisnahe Materialien und ein Preis sorgen dafür, dass innovative Ansätze weit über die teilnehmenden Häuser hinaus Wirkung entfalten.
Wie verändern sich Museen, wenn junge Menschen das Storytelling übernehmen? Und wie können daraus neue Zugänge für viele entstehen?
„Mein Museum. Mein Ort.“ sucht gemeinsam mit Museen und jungen Menschen Antworten auf diese Fragen und lädt zum Mitmachen ein.
Call for Participation
Interesse mitzuwirken? Bewerben Sie sich bis zum 04. Oktober mit Ihrem Museum!
Die Auswahl der 8 teilnehmenden Museen erfolgt durch eine Jury, die sich aus Vertreter:innen des Deutschen Museumsbundes, Vertreter:innen der Kooperationspartner sowie weiteren Expert:innen aus den Bereichen Bildung, Vermittlung und Partizipation zusammensetzt.
Die Präsentation der Infoveranstaltung zum Nachschauen:
Was erwartet die teilnehmenden Museen
Die teilnehmenden Museen durchlaufen von Herbst 2026 bis Frühjahr 2027 einen begleiteten Entwicklungsprozess. In Workshops, Labs und Austauschrunden arbeiten sie gemeinsam mit jungen Menschen an neuen Perspektiven, Formaten und Erzählweisen.
Auftakt & Teambildung
Zu Beginn steht die Frage im Mittelpunkt, wie ein Jugendteam aufgebaut und eine gelingende Zusammenarbeit auf Augenhöhe gestaltet werden kann.
Ideen entwickeln
In einem mehrtägigen Lab entstehen erste Projektideen. Gemeinsam mit den jungen Co-Creator:innen werden Themen, Geschichten und Perspektiven identifiziert, die für ihre Lebenswelt relevant sind.
Ideen erlebbar machen
Die entwickelten Ansätze werden weitergedacht: Wie können andere Menschen die Ideen erleben? Welche Formate schaffen Beteiligung und neue Zugänge?
Erproben & Weiterentwickeln
Im weiteren Verlauf werden Konzepte geschärft, getestet und anhand der gesammelten Erfahrungen weiterentwickelt.
Austausch & Lernen
Während des gesamten Programms werden die Museen von Expert:innen begleitet und erhalten Raum für Austausch, Reflexion und gegenseitiges Lernen.

Mitwirkende
Inhaltliche Begleitung
Begleitet werden die Museen von erfahrenen Expert:innen der Organisation Digital Identities. Digital Identities entwickelt und realisiert international Programme zu Innovation und gesellschaftlicher Wirkung. Diese wurden bereits in 14 Ländern Europas, Nordamerikas, Südasiens und der Asien-Pazifik-Region durchgeführt. Zu den Teilnehmenden zählen Fach- und Führungskräfte aus dem Kultur-, Gesundheits-, Privat- und öffentlichen Sektor. Für ihre Arbeit wurde die Organisation unter anderem als „Observer New Radical“ ausgezeichnet und erhielt den Fast Company World Changing Idea Award.
Dr. Abhay Adhikari

Dr. Abhay Adhikari ist Gründer von Digital Identities. Abhay initiiert mit großer Leidenschaft Projekte, die Menschen, Wissen und Expertise miteinander verbinden. Dazu gehört unter anderem das Smart City Lab für Leeds (Großbritannien), das von der Zeitung The Observer als eines der 50 innovativsten Zukunftsprojekte Großbritanniens ausgezeichnet wurde. Die Partnerschaft mit der Google News Initiative unterstützte mehr als 300 Journalist:innen aus Europa und Asien dabei, über gesellschaftlich relevante Themen zu berichten. Die daraus entstandenen Beiträge erreichten online rund 100 Millionen Menschen. Darüber hinaus beteiligten sich 23 schwedische Museen und Kultureinrichtungen am Swedish Digital Identities Programme (SweDIP), um gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften neue partizipative Projekte zu entwickeln. Früher leitete er Achtsamkeitsworkshops für junge Menschen in Indien, Japan und Großbritannien.
Diane Dever

Diane Dever ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, Kuratorin und Produzentin mit Sitz in Folkestone im Vereinigten Königreich. In ihrer Arbeit untersucht sie die Schnittstellen zwischen öffentlichen, privaten und sogenannten liminalen Räumen, also Übergangs- und Zwischenräumen. Dabei nutzt sie ortsbezogene Interventionen, Festivals, partizipative Stadt- und Ortsgestaltung sowie die kreative Förderung junger Menschen als zentrale Methoden.
Geork Lisek

Georg Lisek ist Künstler, Kunstvermittler und Künstlerischer Leiter. In seiner Arbeit verbindet er zeitgenössische Kunst mit Menschen und dem öffentlichen Raum. Seit 2023 ist er Künstlerischer Leiter der Oldenburger Kunstschule. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen partizipative Formate sowie die Begegnungen zwischen Kunst und jungen Menschen.
Moritz Zimmermann

Moritz Zimmermann ist ein leidenschaftlicher Storyteller, der für innovative Formatideen und einen neuen Zugang zu jungen Zielgruppen steht. Als Wirtschaftsjournalist verantwortet er aktuell unter anderem erfolgreiche Fernsehsendungen, Youtube-Formate und Podcasts. Ein von ihm initiiertes junges tiktok-Format zur finanziellen Bildung erzielte über 130 Millionen Aufrufe. Zudem spricht er über Format- und Publikumsentwicklung.
ZOE (Marie-Zoe Buchholz)

ZOE ist interdisziplinäre Performance-Künstlerin und Kuratorin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit den Prozessen der Heilung, Transformation und Aneignung von Körper und Raum sowie mit den Zusammenhängen von Macht und Marginalisierung. ZOE gehört zur ersten deutschen Ballroom-Generation und wurde 2025 von einem ikonischen Ballroom Board in New York City mit dem Titel „Legendary“ ausgezeichnet. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit ist sie Mutter einer vierjährigen Tochter.
Jury
Die Auswahl der 8 bis 10 teilnehmenden Museen erfolgt durch eine Jury, die sich aus Vertreter:innen des Deutschen Museumsbundes, Vertreter:innen der Kooperationspartner sowie weiteren Expert:innen aus den Bereichen Bildung, Vermittlung und Partizipation zusammensetzt.
Silvia Bonadiman

Silvia Bonadiman ist Programmleiterin beim Fonds Soziokultur. Mit ihrem fachlichen Hintergrund in Soziologie und Gender Studies konzipiert und leitet sie Förderprogramme. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Jugendbeteiligung, internationale Zusammenarbeit und partizipative Kulturpraxis.
Anja Hoffmann

Anja Hoffmann leitet den Bereich Didaktik & Vermittlung der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund. Als Sprecherin des Arbeitskreises Bildung und Vermittlung im Deutschen Museumsbund engagiert sie sich für innovative Bildungsangebote und die aktive Beteiligung junger Menschen im Museum. Zudem ist sie als Dozentin im Masterstudiengang Museumspädagogik an der HTWK Leipzig tätig.
Dorothée King

Dorothée King ist Autorin, Pädagogin, Künstlerin, Designerin und Beraterin mit internationaler Erfahrung im Bereich der Bürger:innenbeteiligung und des Public Engagements. Als Leiterin des Instituts für Kunst- und Designpädagogik an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel (HGK Basel FHNW) begleitet sie angehende Fachkräfte dabei, innovative und nachhaltige Projekte für Schulen, die Soziokultur und Museen zu entwickeln und umzusetzen.
Sabine Maertens

Tief verwurzelt in Rotterdam (Niederlande) engagiert sich Sabine Maertens für die Stärkung des kulturellen und sozialen Gefüges der Stadt. Mit ihrer Beratungsagentur Buro Blikopener arbeitet sie an der Schnittstelle von Kunst, Kultur, Bildung und Stadtentwicklung und unterstützt Organisationen sowie Gemeinschaften dabei, ihre Ziele in konkrete Maßnahmen umzusetzen. Sie ist überzeugt, dass durch das Zusammenbringen von Menschen, Ideen und Initiativen eine wirklich sinnvolle und nachhaltige Wirkung entsteht. Ihr Ansatz verbindet eine praxisorientierte Arbeitsweise mit strategischem Weitblick. Dabei bringt sie in jedes Projekt Energie, Neugier und den für Rotterdam typischen Pragmatismus ein.
Andreas Scherffig

Andreas Scherffig ist künstlerischer Projektleiter des Marinehauses. Seit Oktober 2024 entwickelt er gemeinsam mit einem interdisziplinären Team dort das künstlerische und programmatische Profil des Marinehauses, als neuen Standort des Berlin Museum am Köllnischen Park. Die Eröffnung ist für 2029 geplant. Zuvor verantwortete er am Museum für Kommunikation Berlin das Veranstaltungsprogramm, Kooperationen und großformatige Museumsfeste. Andreas ist begeisterter Comic-Fan, mag Wrestling, Pommes und Zauberei und setzt sich insbesondere für Subkultur- und Underground-Positionen in Kunst und Kultur ein.
Kooperationspartner
Fonds Soziokultur
Unter dem Leitsatz „Menschen machen Kultur“ fördert der Fonds Soziokultur seit fast 40 Jahren Projekte, die Mitgestaltung, gesellschaftliche Vielfalt und kulturelle Demokratie stärken. Als Kooperationspartner im Projekt „Mein Museum. Mein Ort.“ bringt seine langjährige Expertise in partizipativer Kulturarbeit und kultureller Teilhabe ein, insbesondere im Bereich der Zusammenarbeit mit jungen Menschen, Communities und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Gemeinsam wollen der Deutsche Museumsbund und der Fonds Soziokultur neue Wege erproben, wie Museen zu offenen Orten der Mitgestaltung für junge Menschen werden können.
Das Projekt wird gefördert von
