Museen in der Migrationsgesellschaft

Leitfaden.
MUseen in der Migrationsgesellschaft
Foto: Werner Huthmacher
Erfolgreiche Museumsarbeit in der diversen, von Migration geprägten Gesellschaft
Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Diversität geprägt. Innere Dimensionen wie Geschlechtszugehörigkeit, Alter, sexuelle Orientierung, körperliche Konstitution oder Nationalität spielen dabei ebenso eine Rolle wie äußere Dimensionen, etwa soziale Herkunft, Bildung, Berufs- und Lebenserfahrung, Religion, Weltanschauung, Familienstand, Sprache, äußere Erscheinung oder Lebensstil. Die verschiedenen Aspekte von Diversität existieren nicht isoliert nebeneinander, sondern überschneiden und beeinflussen sich gegenseitig. Migration als persönliche oder familiäre Migrationserfahrung bildet den Schwerpunkt des Leitfadens. Gleichzeitig bietet die Publikation bewusst Anknüpfungspunkte für eine umfassendere, diversitätsorientierte Museumsarbeit.
Die Ausrichtung der Museen auf die Diversität und kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft ist eine Querschnittsaufgabe. Als solche ist sie nicht nur in der täglichen Arbeit auf vielfältige Weise präsent, sondern muss auch in der Museumsorganisation strategisch verankert werden. Entsprechend richtet sich die Publikation an Museumsmitarbeitende aus allen Bereichen, seien es Leitung und Verwaltung, Forschung und Sammlung, Ausstellung und Vermittlung oder Kommunikation, Besuchendenservice oder Betrieb.
Der Leitfaden begreift Offenheit und Zugänglichkeit, antirassistische Praxis, Partizipation und Multiperspektivität als zentrale, strategische Zielsetzungen für eine demokratische und zukunftsfähige Museumsarbeit. Jedem dieser Aspekte ist ein eigenes Kapitel gewidmet. In der Praxis greifen sie vielfältig ineinander und betreffen alle Bereiche des Museums. Entsprechend vermitteln die drei Kapitel zunächst wichtige Grundlagen und vertiefen diese anschließend für die verschiedenen Arbeitsfelder. Darüber hinaus benennt der Leitfaden flexibles und prozessorientiertes Arbeiten als zentralen Erfolgsfaktor für eine offene, rassismuskritische und partizipative Museumsarbeit. Die wichtigsten Grundlagen dafür werden in einem vierten Kapitel beschrieben.
Neben einem Einstieg in das Thema bietet der Leitfaden insbesondere praktische Hilfestellung für Museumsmacher*innen. Leitfragen und Checklisten unterstützen bei der täglichen Arbeit, während Praxisbeispiele zentrale Inhalte veranschaulichen, Einblicke in bereits gemachte Erfahrungen geben und zum Weiterdenken anregen. Wichtige Fachbegriffe werden im Glossar knapp erläutert, während Literaturhinweise und Links zur Vertiefung einladen.
Die Neuorientierung hin zu einer sich verändernden, diversen Gesellschaft bedeutet für Museen häufig einen längeren Entwicklungsprozess, der die gesamte Organisation betrifft. Es kann anspruchsvoll sein, das Museum für vielfältige Gruppen zugänglich zu machen, marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen, echte Teilhabe zu ermöglichen und Diversität sowie kulturelle Vielfalt in allen Arbeitsbereichen umzusetzen. Hier gilt es, mutig zu bleiben, ergebnisoffene Prozesse und Hindernisse in Kauf zu nehmen und daraus zu lernen. Wichtig ist es, ins Handeln zu kommen. Auch zu Beginn jeder größeren Veränderung stehen erste, kleinere Schritte. Auf dem Weg finden sich neue Gefährten und Verbündete.
Einige Museen sind in diesem Prozess bereits sehr weit fortgeschritten, andere stehen noch am Anfang. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen: Es gibt keine allgemeingültigen Lösungen für alle Museen – zu groß ist die Heterogenität der deutschen Museumslandschaft mit ihren unterschiedlichen Profilen, Sammlungsschwerpunkten, Ressourcen und regionalen Gegebenheiten. Entsprechend muss jedes Haus für sich prüfen, welche Möglichkeiten es hat und welche Schwerpunkte es setzen möchte. Trotz aller Unterschiede muss sich jedoch kein Museum allein auf den Weg machen. Wir laden Museumsmacher*innen ein, sich zu vernetzen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Eine Plattform dafür bietet der Arbeitskreis Migration im Deutschen Museumsbund.
Museen sind… offen und zugänglich

In der diversen, von Migration geprägten Gesellschaft begegnen Museen einem Publikum mit unterschiedlichen Erfahrungen, Sehgewohnheiten, kulturellen Prägungen sowie sprachlichen und sozialen Voraussetzungen. Lesen Sie hier wie Museen mögliche Barrieren erkennen und abbauen können.
Museen sind… Antirassistisch

Museen sind keine neutralen Räume. Auch hier gibt es rassistische Strukturen und Mechanismen, die bis heute fortwirken. Hier lesen Sie, wie es gelingt, sich mit diesen Strukturen auseinanderzusetzen und sie aktiv dekonstruieren.
Museen sind… partizipativ und multiperspektivisch

Partizipation dient dazu, Barrieren, Hemmschwellen und Ängste abzubauen und eine Brücke zwischen Gesellschaft und Museum zu schlagen. Lesen Sie hier, wie Museen partizipativ arbeiten können.
Museen sind… beweglich und arbeiteN prozesshaft

Nur durch Beweglichkeit bleiben Museen anschlussfähig an eine dynamische Gesellschaft, in der sich die vielfältigen Sichtweisen, Erfahrungen und Bedürfnisse der Menschen kontinuierlich verändern. Lesen Sie hier, wie es gelingt, bewegliche Museumsorganisationen zu gestalten.
Praxisbeispiele

Sie suchen Inspiration für Ihre Arbeit? Hier finden Sie praktische Beispiele zu den Themen Museen öffnen, antirassistische Museumsarbeit, Partizipation im Museum und bewegliche Museumsorganisationen gestalten.
Glossar

Unser Glossar bündelt wichtige Fachbegriffe, die im Leitfaden genutzt werden und definiert diese entsprechen ihrer Verwendung in der Publikation.
Checklisten

Hier finden Sie Checklisten für die Öffnung des Museums, für partizipatives Arbeiten sowie für die Gestaltung beweglicher Museumsorganisationen. Die Checklisten stehen zum download zur Verfügung.
Links/Literatur

Sie möchten mehr zum Thema „Museen in der Migrationsgesellschaft“ wissen? An dieser Stelle haben wir weiterführende Literatur und nützliche Links für Sie zusammengestellt.
Beteiligte

Über 80 Museumsfachleute haben an dem Leitfaden „Museen in der Migrationsgesellschaft“ mitgewirkt. Hier finden Sie sie in der Übersicht.
Strategien für den Wandel

