An elf Stationen in der Dauerausstellung geht es um die lange Tradition der Ein- und Auswanderung in Südwestdeutschland – von den Mannheimer Privilegien, mit denen der Kurfürst 1652 Menschen in die vom Dreißigjährigen Krieg zerstörte Stadt locken wollte, über die Auswanderung nach Nordamerika im 19. Jahrhundert bis hin zur „Gastarbeit“ in der Industrie ab den 1950er Jahren. Der Fokus liegt dabei auf der Arbeit, die die Menschen verbindet und Personen zusammenbringt, die sonst nicht zwingend aufeinandertreffen würden.
„Die Geschichten zum Thema Migration waren in der Dauerausstellung schon vorhanden, werden aber jetzt ganz neu in einem Rundgang in modernem, knalligfarbigem Design erzählt. Ganz nach dem Motto: Migration gab es schon immer und sie ist überall. Mit diesem neuen Angebot haben wir Themen aus der Großen Landesausstellung ‚Arbeit & Migration. Geschichten von hier‘, die 2021/22 bei uns zu sehen war, in die ständige Ausstellung des Hauses übernommen, die sonst nach Ende der Sonderausstellung wieder verschwunden wären.“
Dr. Anne Mahn, Kuratorin
Zeitraum
Planungsbeginn 2022, Fertigstellung November 2024, seitdem zugänglich
Finanzieller Rahmen
Nachfolgeauftrag an das Gestaltungsbüro der Großen Sonderausstellung: 11.000 Euro
Beteiligtes Personal im Museum
Team Ausstellungstechnik
Team Restaurierung, Kuratorin Anne Mahn und Projektassistenz Jessy Aydt
Patrizia Tomljanovic für die App
Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und/oder umgesetzt?
Standorte für die in eine bestehende Zeit-Raum-Spirale passende Intervention wurden definiert, Objekte und Archivalien ergänzt, Texte geschrieben, Audio-Texte produziert und in die App eingespielt. Der Entwurf der Gestaltung der Stationen wurde vom externen Büro gefertigt und die Produktion überwacht. Die Einbringung und Montage erfolgte durch Mitarbeitende des Museums.
Der deutsch- und englischsprachige Rundgang mit dem Schwerpunkt Migration kann durch die Ausstellung gezielt und auf eigene Faust unternommen werden. Dabei unterstützt die TECHNOSEUM-App. Um die Geschichten und Inhalte für alle zugänglich zu machen, befinden sich an den Stationen QR-Codes mit Links zu den Audiotexten. Die Tour ist auch als dialogische Führung buchbar.
Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?
Eine Intervention kann eine ältere Dauerausstellung beleben. Jede Veränderung zieht aber wieder andere Fragen nach sich – die Ausstellung ist durch Veränderungen ein Work in Progress und die Arbeit daran nicht abgeschlossen.
Links und Literatur
https://www.technoseum.de/angebote/detailansicht/migration-als-motor-der-industrie/
