So kommunizieren Museen über Nachhaltigkeit. Ideen, Perspektiven und Impulse aus der Praxis

Wie lässt sich Nachhaltigkeit im Museum wirksam kommunizieren? Dieser Frage sind wir in einem gemeinsamen Austausch nachgegangen. Unsere Learnings: In vielen Häusern gibt es bereits zahlreiche Ansätze, gleichzeitig besteht ein großes Potenzial, das Thema stärker strukturell zu verankern und als Querschnittsaufgabe zu denken.

Nachhaltigkeit wird bereits kommuniziert …  

etwa über Workshops, monatliche Newsletter, Leitbilder, Vorstandsberichte, E-Mails ans Team, Treffen von Nachhaltigkeits-AGs oder Nachhaltigkeitsbeauftragten, Teammeetings, Abteilungsleiterrunden mit Ergebnisprotokollen, interne Schulungen, Arbeitskreise, Mitarbeitendenzeitschriften, analoge Aushänge sowie Intranet- oder Wiki-Formate etc. 

Nachhaltigkeit gehört in die Regelkommunikation!

Wirksam wird Nachhaltigkeit aber vor allem dann, wenn sie nicht als „zusätzliches Thema“ behandelt wird, sondern Teil der Regelkommunikation ist.

Konkret bedeutet das:

  • feste Tagesordnungspunkte in Team- und Leitungsrunden
  • Einbindung in Jour fixes und Entscheidungsformate
  • Integration in Ausstellungsplanung, Projektmanagement und Programmarbeit
  • Berücksichtigung in Briefings, Leitfäden und Ausschreibungen
  • Platzierung bei Kick-off-Terminen mit externen Partner:innen

Auch auf Leitungsebene spielt Kommunikation eine zentrale Rolle: Berichte in Gremien, gegenüber Trägern oder Beiräten sowie die Einbindung von Nachhaltigkeitsverantwortlichen in Entscheidungsstrukturen wurden als wichtige Hebel benannt. Nachhaltigkeit wird damit Teil von Steuerung und Organisationsentwicklung.

Wirkung nach außen

Neben internen Prozessen wurde auch diskutiert, wie Museen ihr Engagement sichtbar machen können. Genannt wurden u. a.:

  • Website-Unterseiten oder Landing Pages
  • Jahres- oder Nachhaltigkeitsberichte
  • Social Media (z. B. LinkedIn, Instagram), Videos und Reels
  • Newsletter und digitale Veranstaltungsformate
  • Vermittlungsprogramme und Führungen
  • Hinweise im Foyer, in Ausstellungen oder im Außenraum
  • Ausstellungskonzepte wie eine „grüne Spur“

Konkrete Inhalte statt abstrakter Begriffe

Nachhaltigkeitskommunikation ist dann überzeugend, wenn sie konkret ist.

Im Austausch wurde deutlich:

  • Zeige, was bereits umgesetzt wurde
  • mache Fortschritte und Prozesse sichtbar
  • stelle die Arbeit von AGs und Verantwortlichen vor
  • erkläre Nutzen und Wirkung (z. B. Ressourcenschonung oder Effizienz)

Unterschiedliche Zielgruppen brauchen unterschiedliche Zugänge: von betriebswirtschaftlichen Argumenten bis hin zu gesellschaftlichen oder fachlichen Perspektiven.

Welche Narrative tragen? 

Nachhaltigkeit sollte möglichst nicht alarmistisch, sondern positiv, lösungsorientiert und motivierend kommuniziert werden. Museen können sich dabei als lernende Institutionen positionieren, die Verantwortung übernehmen und Veränderung aktiv gestalten.

Eine zentrale Erkenntnis war zudem: Eine Einladung wirkt besser als ein Appell.

Diese Haltung erleichtert es, Kolleg:innen, Partner:innen und Besucher:innen mitzunehmen und Beteiligung zu ermöglichen.

Was andere Museen aus den Ergebnissen mitnehmen können 

Aus den gesammelten Beiträgen lassen sich einige praktische Impulse ableiten:  

  • Nachhaltigkeit sollte in bereits bestehende Kommunikationsformate eingebunden werden, statt nur über neue Sonderformate zu laufen.  
  • Es lohnt sich, Verantwortlichkeiten und feste Anlässe zu definieren, damit das Thema regelmäßig sichtbar bleibt.  
  • In der Außenkommunikation helfen konkrete Beispiele, transparente Einblicke und eine Sprache, die motiviert statt belehrt.  
  • Und nicht zuletzt zeigt der Austausch, dass Museen nicht auf perfekte Lösungen warten müssen: Schon die Sichtbarmachung erster Schritte kann andere ermutigen und eigene Prozesse stärken.