Forschungsvolontär/in (m/w/d) im Projekt „Migrationsgeschichte über Objekte erleben“

Siegerlandmuseum

Siegen

Bewerbungsende: 21.10.2022

Die Stadtverwaltung Siegen sucht zum 01.01.2023  eine/einen

Forschungsvolontär/in (m/w/d)

für das Siegerlandmuseum

im Projekt „Migrationsgeschichte über Objekte erleben“

Das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss ist ein Stadt- und Regionalmuseum mit vielfältigem Sammlungsgebiet. Es verfügt über einen großen kunsthistorischen Bestand. Herausragende Bedeutung hat das Werk des in Siegen geborenen Malers Peter Paul Rubens. Wichtige Sammlungsbereiche sind darüber hinaus die Wirtschafts- und Industriegeschichte sowie die Stadtgeschichte. Zur Zeit befindet sich das Siegerlandmuseum in einer Umbruchphase: Neben einer räumlichen Erweiterung steht die Neukonzeption der Dauerausstellung an, mit der wir unsere zentrale Mission, die Vermittlung von kultureller Bildung, einlösen und zukunftsfähig machen wollen.
Neben der Bewahrung, Präsentation und Vermittlung legt das Siegerlandmuseum einen Arbeitsschwerpunkt auf die Beforschung seiner Objekte sowie der muselaen Praxis. Das Museum unterhält dazu Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen. Im Rahmen des durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Programms „Forschungsvolontariat Kunstmuseen NRW“ soll dieser Arbeitsschwerpunkt weiter ausgebaut werden: Die hier ausgeschriebene Stelle ist im Projekt „Migrationsgeschichte über Objekte erleben“ (AT) angesiedelt, in dem ein Schlaglicht auf die jüngere Migrationsgeschichte der Region geworfen und durch Formate aktiver, partizipatorischer Vermittlung und Co-Kreation im Bewusstsein der Stadt- und Regionalgesellschaft verankert werden soll.

Wir bieten Ihnen:

  • im Rahmen Ihres 2-jährigen Volontariats die Möglichkeit, im Projekt „Migrationsgeschichte über Objekte erleben“ (AT) eigenständige Forschungsarbeit zu leisten; dies umfasst insb. die Gebiete:
  • Recherche zur Migrationsgeschichte des Siegerlandes nach dem Zweiten Weltkrieg,
  • Erarbeitung von partizipativen und co-kreativen Formatkonzepten entlang einer Strategie zur musealen Nutzung bzw. Vermittlung der Inhalte und Ergebnisse
  • Präsentation der Ergebnisse in einer Themenreihe um eine Sonderausstellung zum 800. Siegener Stadtjubiläum im Jahr 2024 und folgend in der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte
  • darüber hinaus eine vielseitige, abwechslungsreiche und interessante Tätigkeit mit Ausbildung in allen Aufgabenfeldern des Museums gemäß den Empfehlungen des Deutschen Museumsbundes
  • die Mitarbeit in einem kleinen, engagierten Team
  • die Begleitung der wissenschaftlichen Arbeit durch die Museumsleiterin, den Kurator und die Kooperationspartner/innen am Lehrstuhl für die Didaktik der Geschichte an der Universität Siegen
  • eine tarifgerechte Bezahlung nach dem Tarifvertrag TVöD (50 % der Entgeltgruppe 13, Stufe 1, im zweiten Ausbildungsjahr Stufe 2)

Wir erwarten von Ihnen:

  • ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Master, Diplom oder vergleichbare Hochschulabschlüsse) einschlägiger Fachrichtung (z.B. Kunstgeschichte, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaften, Soziologie)
  • nachgewiesene Erfahrung in einem Museum, einer Kultureinrichtung mit Ausstellungen oder Forschungseinrichtung, mindestens ausgewiesen durch längere Praktika
  • eine sehr gute sprachliche Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift in deutscher und englischer Sprache, gerne auch in einer weiteren Fremdsprache
  • sehr sicherer Umgang mit MS-Office und idealerweise erste Erfahrungen mit der Sammlungsverwaltungssoftware MuseumPlus
  • Interesse an der Vermittlung der Inhalte des Forschungsprojekts für ein breites und diverses Publikum sowie an der wissenschaftlichen Dissemination
  • ausgeprägte Fähigkeit zu sowohl eigenverantwortlicher, systematicher und selbständiger Forschungsarbeit als auch engagierter Teamarbeit
  • ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Flexibilität; Organisationstalent und sorgfältige Arbeitsweise
  • Kenntnisse der aktuellen Entwicklungen und Vermittlungsformen im Bereich digitaler Medien; erste Erfahrungen in der Arbeit mit digitalen Anwendungen
  • idealerweise nachgewiesene Kenntnisse im Bereich der Migrationsforschung bzw. zur Kuration / muesalen Arbeit im Themenkomplex Migration

Zu Ihren wesentlichen Aufgaben gehören:

  • Mitwirkung im Projekt „Migrationsgeschichte über Objekte erleben“ (AT) in den Bereichen:
  • Recherche zur Migrationsgeschichte des Siegerlandes nach dem Zweiten Weltkrieg, Identifikation der diversen Migrant/innengruppen, zweckgerichtete Erfassung der materiellen und immateriellen musealen Bestände.
  • Erarbeitung von partizipativen und co-kreativen Formatkonzepten entlang einer Strategie zur musealen Nutzung bzw. Vermittlung der Inhalte und Ergebnisse, Ansprache und Kontaktaufbau zu den Migrant/innengruppen, Moderation der konzipierten Formate, Zusammenführung von bestehenden und neuen Objekten, Vergleich und Kontextualisierung.
  • Präsentation der Ergebnisse in einer Themenreihe um eine Sonderausstellung zum 800. Siegener Stadtjubiläum im Jahr 2024 und folgend in der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte, dabei besonderer Fokus auf Vermittlung im Schulkontext, wissenschaftliche Ergebnisdissemination und Evaluation des Projekts und seiner Formate.

Arbeitszeit:

Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt 39 Stunden.

Bewerbung:

Die Universitätsstadt Siegen fördert die Gleichbehandlung aller Mitarbeitenden und begrüßt deshalb ausdrücklich Bewerbungen von allen Personen, unabhängig von deren ethnischer, kultureller oder sozialer Herkunft, Alter, Behinderung, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität. Bewerbungen von Frauen sind ausdrücklich erwünscht. Nach dem Landesgleichstellungsgesetz NRW werden Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigt, sofern nicht in der Person eines Mitbewerbers liegende Gründe überwiegen.

Bewerbungen Schwerbehinderter sind erwünscht.

Wenn Sie unser Stellenangebot interessiert, bewerben Sie sich bitte bis spätestens zum 21. Oktober 2022 per Online-Bewerbung über das Stellenportal „INTERAMT“: www.interamt.de. Hierzu ist eine erstmalige kostenlose Registrierung auf der Portalseite „INTERAMT“ erforderlich.

Die Stellen-ID lautet: 851899; das Stellenangebot finden Sie unter:

https://interamt.de/koop/app/trefferliste?1&stellenangebotliste=851899

Es werden ausschließlich Bewerbungen berücksichtigt, die über das Stellenportal „INTERAMT“ eingehen. Sollte für Sie eine Bewerbung über dieses Portal aus persönlichen Gründen nicht möglich sein, setzen Sie sich bitte mit der Arbeitsgruppe 1/1-2 Personal, Herrn Jörg Hees, Tel. 0271/404-1554, j.hees@siegen.de oder Frau Tami Weber, Tel. 0271/404-1380, ta.weber@siegen.de, in Verbindung.

Für Fragen rund um die Stelle steht Ihnen 

Frau Dr. Karin Kolb, Institutsleitung Museen, 0271/404-1905, k.kolb@siegen.de zur Verfügung.

Für Fragen rund um den Bewerbungsprozess steht Ihnen

Herr Jörg Hees, Arbeitsgruppe Personal, 0271/404-1554, j.hees@siegen.de oder

Frau Tami Weber, Tel. 0271/404-1380, ta.weber@siegen.de zur Verfügung.

Projektentwurf Fremde | Heimat – Migrationsgeschichte über Objekte erleben (AT)

Ein Schwerpunkt des Siegerlandmuseums ist die gegenwartsbezogene Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur der Region, die natürlich maßgeblich durch die ansässige Gesellschaft bestimmt wird. Oft übersehen wird dabei die Tatsache, dass diese Gesellschaft durch Dynamiken der Zu- und Abwanderung in einem ständigen Wandel ist und damit kaum von einer klar umreißbaren regionalen Kultur und einem daraus ableitbaren Kunstkanon, sondern vielmehr von verschiedenen kulturellen und damit verbundenen künstlerischen Einflüssen und Inhalten, die geografisch im Siegerland zusammenkommen, die Rede sein kann.

Mit dem hier vorgestellten Projekt möchte das Siegerlandmuseum ein Schlaglicht auf die jüngere Migrationsgeschichte der Region werfen und durch Formate aktiver, partizipatorischer Vermittlung und Co-Kreation im Bewusstsein der Stadt- und Regionalgesellschaft verankern. Fundament ist dabei die wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas, die in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für die Didaktik der Geschichte an der Universität Siegen erfolgt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind dabei bereits verschiedene relevante Migrant*innengruppen aus der Zeit nach Ende des Zweiten Weltkriegs erkennbar: Angefangen bei den Geflüchteten und Zwangsumgesiedelten, über die Arbeitsmigrant/innen der 1950er bis 1970er Jahre bis hin zu den (Spät-) Aussiedlern sowie Kriegsflüchtlingen verschiedenster Konflikte – einschließlich des aktuellen Kriegs in der Ukraine.

Konzeptionell soll mit dem Forschungsvolontariat eine Zusammenführung zweier museal-kuratorischer Zugangspunkte (Lebensgeschichten der Migrant/innen & ihre Objekte) erprobt werden. Ausgehend vom Objekt wird die Idee verfolgt, dass sich deren Wesen aus einer Hybridisierung ihrer ursprünglichen Funktion (etwa Kunst- oder Alltagsgegenstand) mit den Umständen der Migrationsdynamik ergibt – also etwa dem Grund, warum sie ein/e Migrant/in mitgenommen hat. Ihr ursprünglicher Charakter wird damit um eine Komponente erweitert, die je nach konkretem Fall zwischen Trouvaille und Objet trouvé changieren kann. Wichtiges Element der Vermittlung dieses hybriden Charakters ist der aufbauende Vergleich und die entsprechende Perspektivierung der Objekte untereinander, was letztlich eine Verdichtung zu repräsentativen Aussagen zum Topos Migration ermöglichen soll.

Methodisch wird der Schwerpunkt des Projekts im Aufbau partizipativer Formen der Zusammenarbeit mit den Angehörigen der verschiedenen Migrant/innengruppen zur gemeinsamen Erarbeitung einer modernen musealen Vermittlung des Themas liegen. Das Element des In-Reach umfasst zentral auch die Sammlungs(-struktur) der Objekte, da sich der materielle Bestand des Museums bislang auf das Feld der Zwangsmigrant/innen des Zweiten Weltkriegs beschränkt. Im immateriellen Bereich kann das Projekt auf die Inhalte und Strukturen des Projekts „Unser Siegen“, in dem seit Mai 2019 die Oral History der Stadtgesellschaft gesammelt und in einem Zeitzeugenportal digital präsentiert wird, aufbauen und diese zweckgerichtet weiterentwickeln. Letztlich ist das Projektkonzept jenseits der vergleichenden Perspektivierung bestehender Objekte auch offen für experimentelle Formen der co-kreativen künstlerischen Auseinandersetzung über das Thema.

Der/die Forschungsvolontär/in erhält folglich die Chance, zusammen mit den Netzwerkpartnern den für das Museum und die Stadt- und Regionalgesellschaft ungemein wichtigen Prozess der Auseinandersetzung mit der eigenen diversen Identität maßgeblich mitzugestalten.

 

Diese Ausschreibung orientiert sich an den Empfehlungen im Leitfaden für ein wissenschaftliches Volontariat des Deutschen Museumsbundes. 

 

Achtung! Bitte senden Sie Ihre Bewerbungen direkt an die Einrichtung, die die Stelle ausschreibt, und nicht an den Deutschen Museumsbund. Wenn in der Ausschreibung keine E-Mail-Adresse angegeben ist, sind Online-Bewerbungen nicht erwünscht. Vielen Dank!

Bewerbungsende: 21.10.2022