Wiss. Mitarbeiter/in (m/w/d) Provenienzforschung

Museum Wiesbaden

Wiesbaden

Die Zentrale Stelle für Provenienzforschung in Hessen mit Sitz am Museum Wiesbaden wurde 2015 auf Initiative der Hessischen Landesregierung eingerichtet, um die bereits bestehenden Maßnahmen zur Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in Hessen zu koordinieren und die Museen bei der Aufarbeitung ungeklärter Provenienzen zu unterstützen. Sie hat auf Grundlage der 1998 verabschiedeten Washingtoner Prinzipien und der „Gemeinsamen Erklärung“ von 1999 den Auftrag, für die Dienststellen des Mandanten Historisches Erbe des Landes Hessen, insbesondere für die hessischen Landesmuseen (Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Museumslandschaft Hessen Kassel, Museum Wiesbaden, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Bad Homburg) Aufgaben der Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut durchzuführen. Mittels ihrer koordinierenden Funktion können die einzelnen Ergebnisse an zentraler Stelle zusammengeführt werden, um damit eine nachhaltige Grundlagenforschung zu etablieren.

Das Land Hessen sucht zur Verstärkung des Teams der Zentralen Stelle für Provenienzforschung zum 01.10.2020 eine/n Wissenschaftliche/n Mitarbeiter/in (m/w/d) Provenienzforschung 100 % unbefristet in Vollzeit (40 Std./Woche) in der EG 13 TV-H.

Arbeitsort ist das Hessische Landesmuseum Darmstadt (HLMD).

Aufgaben:

  • Systematische Provenienzrecherche am Sammlungsbestand des HLMD mit dem vorrangigen Ziel, NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut zu identifizieren
  • Überprüfung von Provenienzen im Vorfeld von Neuerwerbungen
  • Mitwirkung an der Erschließung der für die Provenienzforschung relevanten Bestände des Museumsarchivs
  • Bearbeitung von Anfragen, Auskunfts- und Restitutionsgesuchen (HLMD) in Absprache mit den zuständigen Sammlungsleiter/-innen
  • Dokumentation der Rechercheergebnisse nach professionellen Forschungs- und Dokumentationsstandards
  • Mitwirkung bei der Pflege eines gemeinsamen Datenraumes des „Mandanten Historisches Erbe“ zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Herkunftsverhältnisse von Kulturgütern
  • Präsentation der Ergebnisse, Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung von Restitutionsverfahren
  • Veröffentlichung der Forschungsergebnisse in Form von Führungen, Vorträgen, wissenschaftlichen Publikationen, Ausstellungen
  • Unterstützung bei der Pressearbeit
  • Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Anforderungen / fachliche Qualifikation:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium auf Magister- oder Masterniveau im Fachbereich Kunst- oder Kulturgeschichte und/oder der Neueren Geschichte sowie der verwandten Geisteswissenschaften, Promotion erwünscht
  • Gute Kenntnisse der europäischen Kunstgeschichte, insbesondere der Kunst und Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Zeit des Nationalsozialismus und der Kunst- und Kulturgeschichte
  • Nachweisbare Berufserfahrung auf dem Gebiet der Provenienzforschung und Restitution von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut
  • Praktische Erfahrung in der Archivarbeit
  • Fähigkeit zur Analyse komplexer Sachverhalte und ihrer strukturierten, wissenschaftlich fundierten Darstellung in Wort und Schrift
  • Erfahrung in der Vermittlung von Forschungsinhalten an die breite Öffentlichkeit in Form von Vorträgen und Publikationen
  • Hohes Maß an Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie Sensibilität für die politische und historische Bedeutung der Forschungsarbeit
  • Nachweisbare Erfahrungen im Bereich Digital Humanities
  • Vernetzung im Bereich der Provenienzforschung
  • Bereitschaft zur Durchführung regelmäßiger Dienstreisen im Rahmen von Teambesprechungen, Recherchezwecken und fachlichen Fortbildungen

Kenntnisse in der allgemeinen Bürokommunikation und Anwendung der Office-Programme sind Voraussetzung ebenso wie sehr gute mündliche sowie schriftliche Kenntnisse in deutscher und englischer Sprache. Darüber hinaus sind Kenntnisse einer weiteren europäischen Fremdsprache von Vorteil.

Wir erwarten eine engagierte und belastbare Persönlichkeit, die auch einen Einsatz außerhalb der üblichen Dienstzeiten nicht scheut. Ihr Arbeitsstil sollte geprägt sein durch Teamfähigkeit, Motivation und Belastbarkeit, Flexibilität und Eigenständigkeit, sowie Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Diskretion bei der Bearbeitung der jeweils anstehenden Aufgaben.

Dienstort ist Darmstadt. Die Dienstaufsicht obliegt dem Museum Wiesbaden, die Fach- und Rechtsaufsicht dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK).

Das Land Hessen trifft seine Personalentscheidungen nach Eignung, Befähigung und Leistung. Es begrüßt, wenn sich der Anteil von Frauen, vor allem in qualifizierten Positionen, erhöht und fordert Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Für Rückfragen steht Ihnen Patricia Becker-Matthews (Tel. 0611/3352197) gerne zur Verfügung.

Bei Interesse an der Stelle richten Sie Ihre Bewerbung bitte mit den üblichen Unterlagen, Publikationsliste und maximal fünf ausgewählten Veröffentlichungen ausschließlich in elektronischer Form bis zum 31.07. 2020 an das Museum Wiesbaden


bewerbung@museum-wiesbaden.de

Achtung! Bitte senden Sie Ihre Bewerbungen direkt an die Einrichtung, die die Stelle ausschreibt, und nicht an den Deutschen Museumsbund. Wenn in der Ausschreibung keine E-Mail-Adresse angegeben ist, sind Online-Bewerbungen nicht erwünscht. Vielen Dank!

Bewerbungsende: 31.07.2020