Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in mit dem Arbeitsgebiet Provenienzforschung (m/w/d)

Römisch-Germanisches Zentralmuseum

Mainz

Das Römisch-Germanische Zentralmuseum (RGZM), Stiftung des öffentlichen Rechts, ist ein weltweit tätiges archäologisches Forschungsinstitut und Museum der Leibniz-Gemeinschaft mit Hauptsitz in Mainz und zwei weiteren Standorten in Neuwied und Mayen. Seit seiner Gründung im Jahr 1852 widmet es sich der Untersuchung der materiellen Hinterlassenschaften aus 2,6 Mio. Jahren Menschheitsgeschichte mit dem Ziel, menschliches Verhalten und Handeln sowie die Entwicklung und den Wandel von Gesellschaften zu verstehen. Zu diesem Zweck unterhält das RGZM vielfältige Forschungsinfrastrukturen, zu denen neben Laboratorien für naturwissenschaftliche Archäologie, Spurenforschung und Restaurierung umfangreiche Sammlungen und Archive sowie eine der größten Fachbibliotheken für Archäologie in Europa zählen. Diese Infrastrukturen unterstützen Forschung, Lehre und den Wissenstransfer auf nationaler und internationaler Ebene. Als Leibniz-Forschungsmuseum ist der Wissenstransfer durch Publikationen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Bildungsprogramme ein zentraler Bestandteil des Arbeitsprogramms des RGZM.

Für unseren Standort in Mainz suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt

eine*n wissenschaftliche*n Mitarbeiter*in (m/w/d) mit dem Arbeitsgebiet Provenienzforschung

befristet für die Dauer von 18 Monaten in Voll- oder Teilzeit

Ihr Arbeitsumfeld:

Im Rahmen des vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (Magdeburg) geförderten interdisziplinären Projekts »Das Glas vom Gleis – Archäologie der Bagdadbahn unter kolonialen Vorzeichen« wird die Provenienzgeschichte eines Konvoluts von römischen, frühbyzantinischen und frühislamischen Glasgefäßen untersucht, das zwischen 1912 und 1914 vom RGZM erworben wurde und möglicherweise während des Baus der legendären Bagdadbahn gefunden worden ist. Im Mittelpunkt stehen die historische Provenienzrecherche zur Genese dieses Bestands sowie eine grundlegende Auseinandersetzung mit den archäologischen Aktivitäten und dem Antikenhandel rund um den Bagdadbahnbau. Angesiedelt ist das Projekt im Arbeitsbereich Sammlungen des RGZM, parallel erfolgt eine archäologische sowie naturwissenschaftliche Bearbeitung der Glasfunde.

Ihre Aufgaben:

  • Durchführung der systematischen Provenienzforschung zum Glaskonvolut aus dem RGZM, insbesondere Recherche in Archiven und Datenbanken,
  • Forschung zu Akteuren, Strukturen und Mechanismen, die die Bergung archäologischer Funde und den Antikenhandel zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem damals unter kolonialer Kontrolle des Osmanischen Reiches stehenden Syrien prägten,
  • Recherche zu Fundkonvoluten in anderen Sammlungen, die mit dem Bagdadbahnbau in Verbindung stehen,
  • Wissenschaftliches Dokumentieren der Ergebnisse und Datenaufnahme in die Dokumentationssysteme des RGZM,
  • Organisation eines internationalen Workshops während der Projektlaufzeit,
  • Transfer der Forschungsergebnisse in Form von Publikationen, Vorträgen und Präsentationen

Ihre Qualifikation:

  • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (Master, Magister / Magistra oder höhere Qualifikation) in einem kulturwissenschaftlichen Fach mit einer nachweisbaren Schwerpunktbildung im Bereich der Provenienzforschung,
  • Spezielle Fachkenntnisse und praktische Erfahrungen in der Archivarbeit sowie auf dem Gebiet der Provenienzrecherche zu Kulturgut, idealerweise aus kolonialen Kontexten,
  • Von Vorteil sind historische Kenntnisse in Bezug auf den Kunstmarkt und den Kunsthandel im ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert,
  • Sehr gute PC-Anwenderkenntnisse in den einschlägigen Programmen und im Hinblick auf Archiv- und Museumsdatenbanken,
  • Sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache (Wort und Schrift), Kenntnisse in einer weiteren Fremdsprache wünschenswert,
  • Ausgeprägte Kommunikations- und Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Sorgfalt, eigenständiges Arbeiten, Engagement, Koordinationsfähigkeit, Belastbarkeit und Flexibilität,
  • Bereitschaft zur Durchführung umfangreicher Dienstreisen

Unser Angebot:

  • Ein attraktives und modernes Arbeitsumfeld in einer international vernetzten Organisation mit vielfältigen Tätigkeiten und flexibler Arbeitszeit
  • Eine Vergütung bis Entgeltgruppe 13 TV-L bei Vorliegen der persönlichen und tariflichen Voraussetzungen
  • Eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung (VBL)
  • Verantwortung innerhalb des Aufgabenbereiches
  • eine engagierte Unterstützung durch ein erfahrenes Team
  • Eine vergünstigte Fahrkarte für öffentliche Verkehrsmittel (Jobticket MVG Tarifgebiet 65)

Einzureichen ist:

  • Bewerbungsanschreiben (1 Seite)
  • Motivationsschreiben (1 Seite)
  • CV
  • Abschlusszeugnisse
  • Beschreibung der Tätigkeiten und Erfahrungen im Bereich von Provenienzforschungsprojekten

Das RGZM ist durch das audit „berufundfamilie“ zertifiziert und fördert gezielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Das RGZM fördert die Gleichstellung aller Menschen (m/w/d) und begrüßt deshalb Bewerbungen ausdrücklich unabhängig von deren Geschlecht, ethnischer, kultureller oder sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung, Behinderung oder sexueller Identität. Schwerbehinderte Menschen werden bei sonst gleicher fachlicher und persönlicher Eignung bevorzugt berücksichtigt (bitte ggf. Nachweis beifügen).

Kosten, die im Zusammenhang mit Ihrer Bewerbung entstehen, können nicht erstattet werden.

Wir freuen uns auf Ihre vollständige Bewerbung – bevorzugt in einem PDF-Dokument – per Mail bis zum 06.02.2022 an bewerbung@rgzm.de.

Ansprechpartner: Dr. Jörg Drauschke (drauschke@rgzm.de)

Weitere Informationen zum RGZM finden Sie unter www.rgzm.de.

Achtung! Bitte senden Sie Ihre Bewerbungen direkt an die Einrichtung, die die Stelle ausschreibt, und nicht an den Deutschen Museumsbund. Wenn in der Ausschreibung keine E-Mail-Adresse angegeben ist, sind Online-Bewerbungen nicht erwünscht. Vielen Dank!

Bewerbungsende: 06.02.2022