Algorithmische Systeme zählen heute zu den aktivsten Nutzern digitaler Museumssammlungen. Schließlich sind Museen seit jeher Orte, an denen Wissen nicht nur bewahrt, sondern auch strukturiert und geordnet wird. Sie überführen die materielle Welt in Inventarbücher, Kataloge und Klassifikationssysteme. Auf analoge Ordnungssysteme folgten digitale: Datenbanken, Knowledge Graphs und Linked Data. Diese Ordnungen waren nie neutral; sie spiegelten disziplinäre Logiken, institutionelle Entscheidungen und gesellschaftliche Machtverhältnisse wider.
Nun treten KI-Systeme auf den Plan, welche diese Wissensordnungen fortschreiben, verschieben und neu konfigurieren. Sie durchsuchen, verknüpfen und verarbeiten Bestände – zunehmend ohne Beteiligung der Institutionen selbst. Das hochgradig strukturierte Wissen aus Museen dient ihnen dabei als “Ground Truth”, als verlässliche Datengrundlage zur Justierung und Verifikation. Die neuen Ordnungen, die dabei entstehen, sind aber weder transparent noch nachvollziehbar.
Das Symposium fragt:
- Wer ordnet das museale Wissen in Zukunft?
- Wie prägen vergangene Ordnungsentscheidungen die Wissensproduktion der Zukunft?
- Welche Folgen ergeben sich für Erschließungspraktiken und die digitale Quellenkritik?
- Können Museen den Anforderungen an eine “Ground Truth” gerecht werden?
Diese Fragen beleuchten wir aus historischer, epistemologischer und technischer Perspektive, mit besonderem Blick auf die digitale Museumspraxis und ihre infrastrukturellen Voraussetzungen.
26.-27. November 2026, Deutsches Museum, München (vor Ort)
Vorkonferenz: NFDI4Memory Community Forum, 25. November 2026
Bleiben Sie informiert unter: https://digital.deutsches-museum.de/de/projekte/das-digitale-objekt/ddo-2026/
(Die Website zur Konferenz wird laufend aktualisiert. Anmeldung ab Frühsommer 2026)
Kontakt: digital@deutsches-museum.de