ver | lern | raum möchte das Empowerment von Menschen mit Rassismuserfahrung stärken und diskriminierungskritisches Denken und Handeln in kulturelle Vermittlungsarbeit und an Museen bringen. Wir arbeiten in einem Projektteam mit unterschiedlichen Positionierungen und Expertisen in rassismuskritischer Bildungsarbeit. Wir haben digitale Werkgespräche konzipiert, durchgeführt und reflektiert. Dabei begleitet uns die Frage, wie Vermittlungsarbeit aus rassismuskritischer Perspektive aussehen könnte.
„Wenn wir über marginalisierte Perspektiven in der Kunst reden, ist es wichtig mitzudenken: Wer spricht? Auf wessen Wissen wird zurückgegriffen? Wer hört zu?“
Kollektiv ver | lern | raum
Zeitraum
2020 bis 2021
Finanzieller Rahmen
Rund 10.000 Euro mit Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen durch das NRW KULTURsekretariat und von der Stadt Köln
Beteiligtes Personal im Museum
Diana Schuster, Volontariat Kunstvermittlung (Museum Ludwig)
Dominik Fasel, Leitung Programme Diversität und Museum (Museumsdienst Köln)
Beteiligte externe Gruppen oder Personen
Sandra Karangwa (Antidiskriminierungsbüro Köln)
Mbingo Itondo
Selma Lampert
Welche konkreten Maßnahmen wurden konzipiert und/oder umgesetzt?
Wir haben ein Vermittlungsformat von und für Menschen mit Rassismuserfahrung entwickelt sowie ein Vermittlungsformat mit dem Schwerpunkt kritisches Weißsein.
Bei den sechs digitalen Werkbesprechungen haben wir jeweils mit zwei getrennten Räumen gearbeitet: zum einen von und für Menschen mit Rassismuserfahrungen und zum anderen für Menschen mit weißen Privilegien. Im Vordergrund standen die Arbeiten afro-diasporischer Künstler*innen aus der Sammlung des Museum Ludwig. In den Gesprächen waren nicht nur die Kunstwerke und Künstler*innen Thema. Es ging uns auch um Empowerment, kritische Reflexionen und den Austausch verschiedener Perspektiven.
Was sind die wesentlichen Learnings für das Museum?
In Wissenschaft und Institutionen wird gerne davon ausgegangen, dass es objektive,
neutrale Sprecher*innen-Positionen gibt. Die Zusammenarbeit mit einem Kollektiv mit unterschiedlichen Positionierungen und institutionellen Anbindungen hat die eigenen Leerstellen und die Bedeutung von verschiedenen Erfahrungen und Kompetenzen im Team erhöht und zur Reflexion der eigenen Positioniertheit in der personalen Vermittlung angeregt.
Links und Literatur
https://diskrit-kubi.net/wp-content/uploads/2025/03/Final-ver-lern-raum_Abschlussdoku-web.pdf
standbein spielbein 110 (ab S. 49)