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Fassade des Museums Brandhorst, München

Zertifizierung Nachhaltige Museen

Fassade aus verschiedenfarbigen senkrecht verlaufenden Streben.

Fassade des Museums Brandhorst, München

Museen tragen als Orte der Bildung, Begegnung und gesellschaftlichen Teilhabe eine besondere Verantwortung. Sie können Visionen einer nachhaltigen Zukunft vermitteln und durch ihr Handeln einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz leisten.

In enger Zusammenarbeit mit Museumsfachleuten und Expert:innen haben wir eine museumsspezifische Nachhaltigkeitszertifizierung entwickelt. Ziel ist es, ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeitsaktivitäten im Museumsbereich zu systematisieren, zu stärken und langfristig messbare sowie wirksame Nachhaltigkeitsstandards für den gesamten Sektor zu etablieren.

Wer die Muss‑Kriterien erfüllt, hat ein funktionsfähiges Nachhaltigkeitsmanagement im Museum aufgebaut: mit klarer Verantwortung, einem Nachhaltigkeitskonzept, jährlichem Monitoring, verbindlichen Beschaffungs- und Fairness‑Regeln und konkreten Routine‑Standards in Betrieb, Abfall, Mobilität, Veranstaltungen, Gastronomie, Shop und Barrierefreiheit.​

Der Nachhaltigkeitsprozess dauert, je nach Ausgangssituation, zwischen 9 und 12 Monaten. Am Ende können Sie Ihr Museum von der DEKRA prüfen lassen und Ihr Engagement mit dem Siegel „Ausgezeichnet nachhaltig!“ sichtbar machen.

Wir laden Sie herzlich zu zwei Infoveranstaltungen ein, in denen wir die neue Zertifizierung vorstellen. Informieren Sie sich über die Kriterien, den Ablauf des Zertifizierungsprozesses sowie über Unterstützungsangebote. Nutzen Sie zudem die Gelegenheit, sich mit Kolleg:innen über Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen nachhaltiger Museumsarbeit auszutauschen.

Mittwoch, 24.06., 13-14 Uhr
Link zur Einwahl: hier

Donnerstag, 10.09., 11-12 Uhr
Link zur Einwahl: hier

Für die Auszeichnung müssen alle Muss-Kriterien grundsätzlich erfüllt werden. Ausnahmen sind möglich, wenn einzelne Anforderungen für das Museum nicht relevant, objektiv nicht umsetzbar oder nachweislich außerhalb des eigenen Einflussbereichs liegen. Die Anzahl der Muss-Kriterien variiert je nach Ausgangslage zwischen 39 und 67 Kriterien.

Zusätzlich ist, je nach Größe des Museums, eine unterschiedliche Mindestpunktzahl aus den Soll-Kriterien zu erreichen: Museen mit weniger als 5 VZÄ benötigen 30 Punkte, Museen mit 5 bis 19 VZÄ 40 Punkte, Museen mit 20 bis 49 VZÄ 50 Punkte und Museen mit mehr als 50 VZÄ 60 Punkte.
Diese Maßnahmen können je nach Ressourcen, Rahmenbedingungen und strategischen Schwerpunkten gezielt ausgewählt und durch eigene Initiativen ergänzt werden.

Nachhaltigkeit strategisch steuern, verankern und transparent kommunizieren.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Schriftliches Leitungs-Commitment zur Nachhaltigkeit
  • Benannte:r Nachhaltigkeitskoordinator:in mit Mandat, Anbindung an die Leitung, Stundenumfang
  • Struktur für interne Kommunikation
  • Ein Nachhaltigkeitskonzept
  • Ein jährliches Kennzahlen‑Monitoring (Energie, Wasser, Abfall, Papier + anonymisierte Personalstruktur/Diversität)
  • Eine Beschaffungs- und Vergabeleitlinie
  • Ein Vorgehen bei Arbeits-/Menschenrechtsrisiken in Lieferketten
  • Kurzeinschätzung der Klimafolgenrisiken (Hitze, Starkregen/Überflutung, Sturm etc.)
  • Nachvollziehbare SDG‑Verankerung im Museumsprogramm (Programm-/Projektbelege)
  • Schriftliche Selbstverpflichtung, andere Museen nach der Zertifizierung kollegial zu unterstützen (z. B. als Ansprechpartner:in in unseren Austauschformaten).

Energiemanagement, Gebäudetechnik, Klimatisierung und ressourcenschonender Betrieb.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Kurze Anlagenübersicht (Heizung/Lüftung/Kühlung/Klima/Gebäudeautomation) inkl. Zuständigkeiten und Umgang mit Störungen sowie Wartungs- und Instandhaltungsnachweise für relevante Anlagenkomponenten
  • Energienutzung im Alltag, darunter eine Team‑Anleitung für energiesparende Abläufe
  • Nachweis über Ökostrom-Nutzung und erneuerbare Energien oder dokumentierter Austausch mit Träger/Eigentümer, falls keine Entscheidungshoheit
  • Energieeffizienter Umgang bei der Sammlungsklimatisierung
  • Verantwortungsbewusster Umgang mit Außenbeleuchtung, Wasser, Reinigung, Chemie
  • Verantwortungsbewusster Umgang mit Biodiversität in den Freiflächen und bei Baumaßnahmen
  • Falls relevant in der Nutzungsperiode: BNB‑Anforderungen bei Neu-/Umbau, Sommerlicher Wärmeschutz nach GEG/DIN und Kältemittelanforderungen (GWP ≤150) als Planungs-/Techniknachweise

Beschaffungsrichtlinien, Materialwahl und Lieferketten.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Vergabe-/Leistungsunterlagen für Ausstellungen, die Kreislauffähigkeit und schadstoffarme Materialwahl verbindlich integrieren (inkl. Rückbau/Wiederverwendung, Recyclingfähigkeit etc.).
  • Ein Abfallkonzept mit: Abfallarten/-mengen, Vermeidungs- und Trennstrategien, zuständige Person, Umsetzung/Kontrolle + Kommunikation an Mitarbeitende und Externe.
  • Ein funktionierendes Trennsystem
  • Eine Übersicht zu Verpackungsmaterialien

Büroorganisation und umweltfreundliche Materialien.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Eine interne Leitlinie zur Papierreduktion
  • Standardeinstellungen der Drucker: doppelseitig, s/w, geringer Tintenverbrauch.
  • Standard für interne Verpflegung (Bio/vegane Optionen + fairer Kaffee etc.)

An- und Abreise sowie emissionsarme Transportwege.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Dokumentierte Erreichbarkeit / ÖPNV‑Anbindung
  • Prominente Besucher:innen‑Infos zur klimafreundlichen An-/Abreise
  • Falls relevant: Fuhrparkverzeichnis (Emissionsklassen), Mindeststandards (Euro‑Norm), Plan zur E‑Mobilität bei Neufahrzeugen.
  • Maßnahmen/Regeln zur Dienstmobilität mit Dienstreiserichtlinie
  • Vorgehen im Leihverkehr: Beiladungen/Sammelfahrten prüfen, Direktfahrten begründen, ggf. Vorgehen bei Kurierbegleitungen.

Veranstaltungen nachhaltig planen und gestalten.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Eine Nachhaltigkeitsrichtlinie für Veranstaltungen (inkl. Umgang mit externen Veranstalter:innen/Betreiber:innen)

Regional, fair, pflanzenbasiert und abfallarm wirtschaften und anbieten.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Ein nachweisbares Speisen-/Angebotskonzept (veg./veget., bio)
  • Dokumentation von mind. zwei Maßnahmen gegen Lebensmittelabfälle
  • Einkaufs-/Abgabeprinzip
  • Mehrwegoptionen (Kommunikation/Kooperation/Anreiz)
  • Bei externer Gastro/Catering: Korrespondenz/Regelkommunikation, dass externe Partner über die Muss‑Anforderungen informiert sind.

Sortimente regional, langlebig, sozial fair und abfallarm ausrichten.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Nachweis, dass der Shop mind. zwei Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt (z. B. regionale/umweltfreundliche Produkte, unverpackt, keine Einwegprodukte, Produkte aus integrativen Werkstätten mit fairer Bezahlung etc.) + ggf. Einbindung externer Betreiber, sofern Einfluss besteht.

Vielfalt stärken, Barrieren abbauen und faire, inklusive Arbeits- und Besuchskultur fördern.

Die MUSS-Kriterien im Überblick
  • Nachweis Barrierefreiheit der Website (WCAG Stufe A)
  • Kommunikation der baulichen Barrierefreiheit (DIN‑Orientierung soweit möglich)
  • Evakuierungsplan für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
  • Barrierefreie Parkmöglichkeiten, sofern möglich
  • Inklusive Sanitär- und Pflegeangebote, soweit umsetzbar
  • Ein begonnener, nachvollziehbarer Prozess zu diversitäts- und inklusionssensibler Kommunikation
  • Dokumentation zu Provenienz/Ethik in der Sammlungsarbeit
  • Niedrigschwellige Partizipation von Besucher:innen
  • Fair-Pay‑Nachweise: nachvollziehbare Anwendung von Honorarempfehlungen/Standards.
  • Faire Ausschreibungsunterlagen (insb. Ausstellungsgestaltung): klare Struktur, angemessene Vorleistungen, keine Konzeptwettbewerbe bei kleinen Budgets etc. + Nachweis über Anwendung.

Auf Basis des bewährten Plan-Do-Check-Act-Modells begleitet die Zertifizierung Museen durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Loslegen

• Bestandsaufnahme & Status quo
• Nachhaltigkeitsziele definieren
• Klimabilanz erstellen

Überprüfen

• Fortschritte messen
• Interne & externe Evaluierung
• Daten auswerten

Handeln

• Maßnahmen umsetzen
• Dokumente erstellen
• Nachweise sammeln

Anpassen

• Ergebnisse kommunizieren
• Prozesse verbessern
• Wissen teilen & vernetzen

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Grafik: MüllerValentini, Studio für Markendesign, Berlin

MUNA ist ein Online‑Tool für alle Museen, die sich auf den Weg zur Zertifizierung „Ausgezeichnet nachhaltig!“ machen.
Es begleitet Sie Schritt für Schritt durch die Kriterien, unterstützt Sie mit einer KI‑Assistentin beim Ausfüllen der Anforderungen und hilft, alle Nachweise strukturiert an einem Ort zu sammeln.

Ob Konzepte, Leitlinien, Fotos oder Protokolle: In MUNA können Sie Ihre Unterlagen sicher hochladen, zuordnen und bearbeiten. So entsteht eine klare, nachvollziehbare Dokumentation, die Sie am Ende gebündelt an DEKRA einreichen können.

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Foto von Alexander Grey auf Unsplash
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Foto: visuals, Unsplashed

Im Rahmen des Projekts „Zertifizierung Nachhaltige Museen“ bieten wir eine Online-Sprechstunde für Ihre Fragen rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit an.

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Installation von Tomás Saraceno, Foto: Alina Grubnyak, Unsplash

Der Stammtisch der Nachhaltigkeits-beauftragten bietet Raum für Austausch zu aktuellen Themen, konkreten Herausforderungen und praktischen Ansätzen aus dem Arbeitsalltag. Die Runde dient der Vernetzung und hilft dabei, Fragen und Erfahrungen aus der Praxis gemeinsam weiterzubringen.

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Erarbeitung der Mini-Projekte in Gruppenarbeit. Foto: Tom Frisch, Sächsische Landesstelle für Museumswesen

Im Rahmen unserer regelmäßigen Treffen für Nachhaltigkeitsbeauftragte öffnen wir ausgewählte Veranstaltungen für alle interessierten Museen. Gemeinsam mit Expert:innen aus verschiedenen Bereichen bieten wir praxisnahe Einblicke und Werkzeuge, um Nachhaltigkeit in den Museumsalltag zu integrieren.

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Hygrometer, Bild: pxphere

In einem länderübergreifenden Austausch im DACH-Raum möchten wir miteinander ins Gespräch kommen. Vor welchen Herausforderungen stehen Museen durch die Einführung eines Klimakorridors? Wo wurde dieser bereits eingeführt und welche Erkenntnisse lassen sich daraus ableiten? 

Drei Museen der Pilotphase haben den Schritt gewagt und sich durch DEKRA unabhängig prüfen lassen. Sie erfüllen dadurch die Nachhaltigkeitskriterien, die wir in den letzten zwei Jahren mit Museumsfachleuten und vielen anderen entwickelt haben. Wir glückwünschen ganz herzlich dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, dem Freilichtmuseum Amerang und der Varusschlacht im Onsabrücker Land – Museum und Park Kalkriese! Vielen Dank auch an Stefanie Dowidat von der Landesstelle für Museen Baden-Württemberg für die wertschätzende und würdevolle Laudatio währen der Zertifikatsvergabe auf unserer Mitgliederversammlung am 12. Mai 2026 in Münster.

Drei Frauen befinden sich in einer Workshopsituation. Sie sitzen um ein Plakat mit bunten Zetteln und Stiften und sind in ein Gespräch vertieft.

Im Rahmen des Projekts “Zertifizierung Nachhaltige Museen – Vom Wollen zum Machen“ entwickeln wir gemeinsam mit Vertreter:innen aus Museen und weiteren Expert:innen eine museumsspezifische Nachhaltigkeitszertifizierung. Hierzu lädt der Deutsche Museumsbund seine Mitgliedsmuseen dazu ein, an einer Pilotphase zur Erprobung der Kriterien der Zertifizierung teilzunehmen.

Für die Erarbeitung der Zertifizierung arbeiten wir mit dem Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz zusammen. Ziel ist die Entwicklung einer Datenbank, in der Museen ihre realen Feuchte- und Temperaturbedingungen einsehen können. Diese neuen Leistungskennzahlen tragen dazu bei, bessere Energiesparoptionen für Museen ableiten zu können.

Nachhaltigkeit im Museum soll nachprüfbar und verlässlich ausgezeichnet werden. Hierfür übernimmt die DEKRA das externe Audit. Als international anerkanntes Prüfunternehmen bringt die DEKRA langjährige Erfahrung und hohe Standards in den Bereichen Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit mit. Damit ist gewährleistet, dass die Prüfung der Museen nach transparenten und professionellen Kriterien erfolgt.

Wir freuen uns über Ihr Interesse an der Nachhaltigkeitszertifizierung für Museen. Gerne möchten wir Ihnen hier ein paar häufig gestellte Fragen zusammenfassen.

Erfahren Sie mehr zu den organisatorischen Grundlagen, Rollen, Verantwortlichkeiten und Verfahren der Zertifizierung “Ausgezeichnet nachhaltig!”.

Für die Erarbeitung der Zertifizierung wurden verschiedene Akteur:innen mit spezifischen Rollen und Aufgaben eingebunden.

Welche Förderprogramme und Angebote gibt es für Museen im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit? Hier stellen wir Ihnen Förderprogramme für Museen und Kultureinrichtungen auf Bundesebene vor.

Übersicht der 17 Nachhaltigkeitsziele

Seit 2019 ist Nachhaltigkeit Schwerpunktthema beim Deutschen Museumsbund. 

Kontaktieren Sie uns gerne!

Sina Herrmann
Deutscher Museumsbund e. V.
In der Halde 1
14195 Berlin
Tel.: 030 – 84 10 95 17
herrmann(at)museumsbund.de

Das Projekt wird gefördert von

Der Beauftrage der Bundesrgierung für Kultur und Medien