Diversität im Museum

Menschen laufen über eine Straße, die in den Regenbogenfarben bemalt ist.

Foto: Greg Rosenke, unsplash


Die Vielfältigkeit unserer Gesellschaft – und damit auch der potentiellen und tatsächlichen Museumsbesucher:innen – hat viele Dimensionen: Sie betrifft beispielsweise das Alter, die Religion und die Weltanschauung, die sexuelle Identität, ebenso wie die Tatsache, dass unsere Gesellschaft durch Migration geprägt ist. Der Deutsche Museumsbund ist der Überzeugung, dass alle Mitglieder unserer Gesellschaft ein Recht auf kulturelle Teilhabe haben.

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Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum, Foto: Anton Roland Laub

Mit unserer Jahrestagung 2026 in Münster haben wir Museen ermutigt, ihre Rolle in der pluralen Gesellschaft aktiv zu gestalten. Wir haben gemeinsam untersucht, wie wir neue Perspektiven in unsere Arbeit einbinden können, wie Diversität und Partizipation als langfristige Strategie erfolgreich in Institutionen verankert werden können und welche Stärken Museen – ob groß oder klein, städtisch oder ländlich – dafür mitbringen. In sechs Sessions haben wir praktische Ansätze diskutiert und gemeinsam tragfähige Perspektiven für die Zukunft entwickelt.

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Foto: Werner Huthmacher

Der Leitfaden „Museen in der Migrationsgesellschaft“  (2026) veranschaulicht, wie Museen mit den Megatrends Diversität und Migration in allen Bereichen arbeiten und bietet praktische Hilfestellung bei der Gestaltung des Transformationsprozesses hin zu mehr Öffnung und Diversität. Im Mittelpunkt der Onlinepublikation stehen die Anforderungen, die an Museen in einer diversen Gesellschaft gestellt werden. Offenheit und Zugänglichkeit, antirassistische Praxis, Partizipation und Multiperspektivität sowie Beweglichkeit und prozesshaftes Arbeiten sind wichtige Grundlagen für erfolgreiche Museumsarbeit und bilden daher die Schwerpunkte des Leitfadens.

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Staatliche Museen zu Berlin, Vorderasiatisches Museum, Foto: Anton Roland Laub

Der Leitfaden “Museen, Migration und kulturelle Vielfalt” von 2015 wurde ins Englische übersetzt: Museums, migration and cultural diversity, Recommendations for museum work, 2015

Viele Museen setzen sich mit der Frage auseinander, wie sie der Realität einer Zuwanderungsgesellschaft in ihren Sammlungen, ihren Ausstellungen, ihrer Forschung und Vermittlung Rechnung tragen können und wie Menschen mit Migrationshintergrund eine stärkere Teilhabe am Museum ermöglicht werden kann – sei es als Besucher, als Mitarbeiter:in oder Mitglieder in Gremien.

Buntes Cover der Broschüre
Deutscher Museumsbund

Von 2012 bis 2015 führte der Deutsche Museumsbund das Programm »Alle Welt: Im Museum« durch und förderte in diesem Rahmen insgesamt 14 Kooperationsprojekte zwischen Museen und Migrant:innenselbstorganisationen.

Im November 2024 hat das Europäische Netzwerk für Museen (NEMO) den Leitfaden „LGBTQIA+ Inclusion in European Museums: An Incomplete Guideline“ veröffentlicht. Er stellt ausgewählte EU-weite und nationale Ansätze vor und bietet Szenarien sowie praxisnahe Tipps, um Museen inklusiver zu gestalten. Der Leitfaden in englischer Sprache verfügbar.

In ihrem Artikel „Vielfalt macht den Unterschied“ für den Bericht „Es geht voran. Sachstand Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien“ beschreibt die Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes, Sylvia Willkomm, den tiefgreifenden Wandel im Museumswesen und die wachsende Bedeutung von Diversität innerhalb der Institutionen. Sie betont, dass Museen nur dann zukunftsfähig und gesellschaftlich relevant bleiben können, wenn sie die Vielfalt der Gesellschaft auch in ihrer eigenen Organisationsstruktur widerspiegeln und aktiv fördern.

In nahezu allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft ist Bildung der Schlüssel zu sozialer und gesellschaftlicher Teilhabe. Wo stehen Museen in der heutigen Wissensgesellschaft und wie werden sie wahrgenommen? Wie können sie zukunftsfähig bleiben und einem wachsenden Angebot sowie den unterschiedlichen Erwartungen der Besucher:innen entsprechen?  Als gesellschaftliche Einrichtungen müssen Museen dafür sorgen, dass sie die Menschen mit ihren Angeboten erreichen. Mit unserer Jahrestagung 2019 haben wir uns diesen Fragen gewidmet. Unteranderem auch dem Thema “Queering the Museum”.