Durch konstruktive Kritik und Feedbackrunden haben sie wesentlich zur Verbesserung der Zertifizierung beigetragen und geholfen, das Zertifizierungsverfahren zu optimieren und an die Bedürfnisse der vielfältigen Museumslandschaft anzupassen. Als Mentor:innen unterstützen sie zukünftig andere Museen bei ihrem Zertifizierungsprozess. Die teilnehmenden Museen hatten dadurch nicht nur die Möglichkeit, ihre eigenen Prozesse nachhaltiger auszurichten, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Weiterentwicklung der museumsspezifischen Nachhaltigkeitszertifizierung und gestalten aktiv die nachhaltige Zukunft der Museen.

Um ein möglichst breites Spektrum an Erfahrungen und Perspektiven abzubilden, wurden die teilnehmenden Museen nach verschiedenen Kriterien wie Größe und Gattung ausgewählt. Aber auch Museen aus städtischen und ländlichen Regionen und mit verschiedenen Trägerschaften wurden einbezogen und auch die Erfahrung spielte eine Rolle. So waren sowohl Museen mit umfangreicher Erfahrung, als auch solche, die sich erstmals intensiver mit dem Thema befassen, Teil der Pilotphase.
50 Museen haben sich für die Pilotphase beworben – eine Resonanz, die zeigt, dass Museen ihre gesellschaftliche Verantwortung ernst nehmen und ihr Handeln auf mehr Nachhaltigkeit ausrichten möchten. Die Auswahl war alles andere als einfach, doch die Auswahl fiel auf die folgenden Museen:
Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

Bestehend aus dem Museum am Löwentor mit paläontologischer Ausstellung und dem Museum Schloss Rosenstein mit biologischer Ausstellung führt das Museum seinen Besucher:innen die Vielfalt des Lebens vor Augen. Mit rund 12 Millionen Objekten besitzt das Museum eine Sammlung von internationaler Bedeutung, die stetig erforscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Das Thema ist im Naturkundemuseum allgegenwärtig – nur nicht immer unter dem Thema der Nachhaltigkeit. Dass die Nachhaltigkeit dem Naturkundemuseum aber im Blut liegt, das wurde uns durch die Zertifizierung ins Bewusstsein gerufen.
Andrea Hunt, Staatliches Naturkundemuseum Stuttgart
Freilichtmuseum Amerang des Bezirks Oberbayern

Auf vier Hektar Außenfläche und in einem modernen Neubau zeigt das Museum die ländliche Kulturgeschichte des Chiemgau und bietet ein abwechslungsreiches Sonderprogramm. Das Museum lockt durch seine pittoreske Lage nicht nur die regionale Bevölkerung an, sondern auch viele Urlaubsgäste.
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Alte Pinakothek

Eine der weltweit renommiertesten Kunstsammlungen mit Werken vom Mittelalter bis zur Romantik. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betreuen einen wesentlichen Teil des Gemälde- und Kunstbesitzes des Freistaates Bayern und umfassen über 30.000 Kunstwerke, die wissenschaftlich betreut und erschlossen werden.
Ich habe mich über alle Kriterien gefreut, die über die reine Klimabilanzierung hinaus gehen, weil dies zeigt, wie vielfältig Nachhaltigkeit ist und sein muss.
Melanie Bauernfeind, Präventive Konservierung, Doerner Institut.
Varusschlacht im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese

Ein archäologisches Museum mit einem 24 ha großen Außenareal. Schwerpunkt sind Ausgrabungen des archäologischen Fundplatz, die Bewahrung und Erschließung desFundmaterials sowie die wissenschaftliche Erforschung der Varusschlacht. Die Erkenntnisse werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wobei immer die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte im Vordergrund steht.
Für uns ist die Nachhaltigkeitszertifizierung ein wichtiges Instrument, um unseren gesellschaftlichen Auftrag zukunftsfähig und glaubwürdig zu gestalten. Wir wollen mit dem Projekt proaktiv auf sich verändernde Ansprüche seitens unserer Förderer und unseres Publikums reagieren.
Philipp Stanehl, Verwaltungsleiter.
Kulturhistorisches Museum Wurzen mit Ringelnatzsammlung und Städtischer Galerie

Eine der bedeutendsten Ringelnatz-Sammlungen Deutschlands mit einer Dauerausstellung zur Stadt- und Kulturgeschichte. Das Museum befindet sich in einem denkmalgeschützten Renaissancegebäude und bietet neben dem Museumsbetrieb ein vielfältiges Kulturprogramm.
Seit der Pilotphase achten wir im Museum anders als zuvor auf das Thema Nachhaltigkeit und kommunizieren es viel häufiger als zuvor im Team, aber auch innerhalb der Stadtverwaltung.
Claudia Kunde, Leiterin des Museums.
Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig

Als Ausstellungshaus für zeitgenössische Kunst und Museum für Kunst nach 1945 setzt sich die GfZK mit politischen, gesellschaftlichen und ökologischen Themen auseinander, initiiert und realisiert Kooperations- und Forschungsprojekte und verfolgt einen experimentellen Kunstbegriff.