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Checkliste für klimafitte Veranstaltungen

Museen lieben Veranstaltungen! Doch wie können diese nachhaltiger gestaltet werden? In diesem Beitrag finden Sie Tipps für die nachhaltige Veranstaltungsorganisation.

Einigen Sie sich im Team auf eine Richtlinie für nachhaltige Veranstaltungen und evaluieren Sie diese regelmäßig. Dies hilft Ihnen, nach eigens gesetzten Maßstäben zu handeln und sich stetig zu verbessern. Folgende Checkliste hilft Ihnen bei der Erstellung der Richtlinien. Schauen Sie im Team, welche Ideen Sie umsetzen können und legen Sie Ziele fest. Evaluieren Sie regelmäßig Ihre Erfolge und notieren Sie Verbesserungsoptionen.

Energie

  • Überprüfen Sie, ob ggf. spezielle Anforderungen an Heizung und Lüftung bestehen. Überprüfen Sie ggf. regelmäßig die Anlagenregelung und die Reinigung des Luftfilters.
  • Installieren Sie ggf. Zeitschaltuhren für das An- und Ausschalten der Lüftung.
  • Nutzen Sie LED-Beleuchtung, sofern diese Ihren Anforderungen an Lichteffekte erfüllt.
  • Achten Sie bei Neuanschaffungen von Beleuchtung mindestens auf Energieklasse D.
  • Setzen Sie standardisierte Module ein.
  • Leihen oder mieten Sie wenn möglich benötigte Lichttechnik.

Weitere Energiespartipps erhalten Sie hier: https://www.museumsbund.de/energieeinsparungen-jetzt-praktische-handlungsempfehlungen-umsetzen/

Mobilität

  • Bieten Sie Anreize zur emissionsarmen An- und Abreise der Besucher:innen. Reduzieren Sie das Angebot für motorisierten Individualverkehr (Ausnahme: Menschen mit Beeinträchtigung).
  • Bieten Sie Ihren Besucher:innen Informationen zur emissionsarmen Anreise auf Ihrer Website. Animieren Sie aktiv zur emissionsarmen Anreise mit dem Fahrrad oder ÖPNV. Folgende Informationen können Sie geben: 
    • Wegbeschreibung und Anbindung (Fernverkehr) mit Ankunftszeiten und Frequenzen
    • Wegbeschreibung und Anbindung an den lokalen Personennahverkehr
    • Kommunikation der besten Radtouren
    • Barrierefreie Anreise für Teilnehmende mit Beeinträchtigungen
    • Weitere Informationen, die eine klimaschonende Anreise unterstützen, z.B. Mobilitäts-Apps der lokalen Verkehrsverbünde etc.
  • Überprüfen Sie die Möglichkeit, ein Ticket für den ÖPNV in den Veranstaltungspreis zu integrieren.
  • Achten Sie auf eine gute ÖPNV-Anbindung Ihres Veranstaltungsortes. Gehen Sie ggf. in den Austausch mit den regionalen Anbietern, um spezielle Konditionen anzubieten.
  • Bieten Sie ggf. einen Shutteltransfer zum Veranstaltungsort.
  • Wählen Sie Unterkünfte in der Nähe zum Veranstaltungsort oder mit guter Anbindung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder an den ÖPNV oder bieten Sie einen emissionsarmen Transfer an. Kommunizieren Sie die Anreisemöglichkeiten.
  • Achten Sie bei der Wahl des Hotels auf Nachhaltigkeitszertifikate. Hier finden Sie eine Übersicht bestehender Zertifikate: https://fairweg.de/nachhaltigkeits-zertifikate/

Beschaffung und Abfall

  • Führen Sie ein Rückgabesysteme ein (z.B. Namensschilder)
  • Informieren Sie Ihre Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Lieferantinnen und Lieferanten über das Trennen von Abfall.
  • Nutzen Sie Ihre technische Ausstattung so lange wie möglich und achten Sie beim Kauf auf Umweltgütezeichen, die unter www.siegelklarheit.de gelistet sind. Neuanschaffungen sollten energieeffizient, modular, flexibel erweiterbar und langlebig sein.
  • Warten Sie Ihre Ausstellungstechnik regelmäßig.
  • Leihen oder mieten Sie Ausstellungstechnik, wo möglich. Leihen Sie Ausstattung möglichst von regionalen Anbietern, die hochwertige, langlebige und auf umweltfreundlichen Materialien hergestellte Ausstattung vermieten.
  • Können Sie Technik gemeinschaftlich mit anderen Einrichtungen nutzen?
  • Reduzieren Sie das Angebot von Give-aways auf das Nötigste. 
  • Wenn Sie Give-aways anbieten, achten Sie darauf, dass diese unverpackt und entweder aus umweltfreundlichen oder natürlichen Materialien sind oder von einer gemeinnützigen Einrichtung, die durch den Erwerb gefördert wird, stammen.   
  • Verzichten Sie auf Dekorationen und Special Effects, die Abfall erzeugen, wie Pyrotechnik, Konfetti, Blumenschmuck mit Schnittblumen, Einwegbatterien, Plastikbecher, Banner etc.  
  • Wenn Sie Dekoration verwenden, sollte diese wiederverwendet werden, aus umweltfreundlichen oder natürlichen Materialien bestehen oder von einem sozialökonomischen Betrieb stammen.   
  • Kaufen Sie unverpackte Produkte oder Waren in größeren Partien, um Verpackungsmüll zu vermeiden.   
  • Wägen Sie den Einsatz von eigenen oder gemieteten Veranstaltungsmöbeln ab.  
  • Arbeiten Sie mit externen Dienstleister:innen zusammen, die sich dazu verpflichten, ihren Abfall zurückzunehmen und sachgerecht zu entsorgen.  

Veranstaltungsort 

  • Verhindern Sie bei Open-Air-Veranstaltungen einen zu hohen Lärmpegel, Lichtemissionen und Umweltschäden an Vegetation und Boden.   

Catering

  • Verwenden Sie auf Veranstaltungen regionale, saisonale und unverarbeitete Produkte und Rohstoffe. Bevorzugen Sie eine vegetarische und vegane Ernährung.  
    Informieren Sie transparent über Herkunft, Anbau, Haltungsform und Transport der verwendeten Produkte.   
  • Bedenken Sie den allgemeinen Wasser- und Energieeinsatz bei der Zubereitung und der Lagerung von Speisen und Getränken: Frittiertes und (Tief)Gekühltes ist, wenn möglich, zu vermeiden.   
  • Reduzieren Sie die Wegwerf-Mentalität:  
    • Nutzen Sie Mehrwegprodukte und beteiligen Sie sich an Pfandgeschirrsystemen.   
    • Prüfen Sie die Möglichkeit, Gedecke und Gläser vor Ort während Veranstaltung spülen zu lassen. Durch die Wiederverwendung während der Veranstaltung sind weniger Transporte nötig.   
    • Manche Veranstaltungen lassen es zu, dass Sie Geschirr und Besteck durch die Besucher:innen mitbringen lassen.    
    • Wenn Sie Einweggeschirr verwenden, achten Sie darauf, dass es grundsätzlich kompostierbar mit der Möglichkeit der sortenreinen Abfalltrennung, ggf. essbar ist.  

Wasser

  • Fordern Sie Ihre Gäste zum sparsamen Umgang mit Wasser auf und bringen Sie konkrete Informationen in den Sanitärräumen an.

Kommunikation

  • Kommunizieren Sie Ihre Entscheidungen und Aktivitäten bei Ihren Mitarbeiter:innen und Besucher:innen. 
  • Seien Sie offen für Feedback und fordern Sie dieses aktiv ein.

Barrierefreiheit

  • Achten Sie bei der Versenden der Einladung auf Barrierefreiheit der Dokumente, ebenso auf der Website.
  • Bieten Sie geeignete Sitz- und Stellplätze für Personen im Rollstuhl
  • Richten Sie ein Leit- und Orientierungssystem für Personen mit Sehbehinderung ein.
  • Bieten Sie Gebärdensprachdolmetschung für Personen mit Hörbehinderung und Gehörlose.
  • Bieten Sie Texte in Leichter Sprache an.

Geschlechtergerechtigkeit

  • Verwenden Sie geschlechtergerechte Formulierungen.
  • Achten Sie auf die Ausgewogenheit der Geschlechter bei Beteiligten (Vortragende, Moderation).
  • Bieten Sie ggf. Kinderbetreuung an.

 

Weiterführende Literatur und Links: 

 

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