Frühjahrstagung 2019

Die Fachtagung der Technikhistorischen Museen fand im Verkehrsmuseum Dresden statt. Auch hier stand das Thema „Bildungsplattform Museum!“ im Mittelpunkt.

„Das Publikum im Blick“ hatte Uwe Beckmann in seinem Vortrag über die Besucherbefragungen in seinem Haus, dem LWL-Freilichtmuseum Hagen. Das Museum betreibt seit 2003 kontinuierlich Besucherforschung durch. Dabei stehen bestimmte Themen oder projektbezogene Untersuchungen im Fokus der Untersuchungen. Sein Fazit: „Besucherforschung zeigt uns Entscheidungs- und Handlungsoptionen auf, ist nicht allein nicht Handlungsanweisung, sondern eröffnet überhaupt erst fundierte Handlungsalternativen für uns.“

„Unseren Technikmuseen geht es lange nicht mehr so gut wie heute.“ Mit dieser Feststellung eröffnete Roland Schwarz, Leiter der Technische Sammlungen Dresden seine Ausführungen zu „Tinkering & Thinkering. Das Technikmuseum als Labor der MINT-Bildung und Bühne des Wissenschaftsdialogs“. Wissenschafts- und Technikkommunikation haben Hochkonjunktur. Allerdings machen wir es uns zu schwer, die Technik der Gegenwart dem Besucher nahezubringen. Hightech hat oftmals keinen Schauwert. Sind wir mit unseren Methoden an unsere Grenzen gekommen? Und wie sieht‘s in der Zukunft aus? Eine Aufgabe der Museen könnte sein, die Komplexität der Wissenschaftskommunikation zu reduzieren, eine andere gegen die Tendenzen zur Ablehnung von Wissenschaft und Forschung zu arbeiten.

Kareen Kümpel vom Museum der Arbeit, Stiftung Historische Museen Hamburg, stellte mit dem „Forum für Zukunftsideen“ ein Beteiligungsformat in der Ausstellung „Out of Office. Wenn Roboter und KI für uns arbeiten“ vor. Das Forum sollte den Besuchern die Möglichkeit geben, über die Chancen und Risiken des Wandels in der Arbeitswelt sowie zu den Prognosen und Visionen zukünftiger Arbeitsprozesse zu diskutieren. Mit Hilfe eines „Idee-O-Meters“ versuchte man, gemeinsam mit Besuchern ein Ausstellungsmanifest für die zukünftige Arbeit zu entwickeln. Zwar sei ein gemeinsames Manifest nicht zustande gekommen, aber das Idee-O-Meter als Ausstellungsmittel, das den veränderten Kommunikations- und Interaktionsgewohnheiten entspricht, erfreute sich durchaus hoher Resonanz.

Über ein Best-Practice-Beispiel aus dem LWL-Industriemuseum berichtete Anja Hoffmann. „Türmchengespräche“, so der Titel des Veranstaltungsformats, welches gemeinsam mit dem Hittorf-Gymnasiums Recklinghausen entwickelt wurde. Der Debattierklub dient als Forum für den Austausch über gesellschaftspolitisch kontroverse Themen. Die Impulse zu diesen Themen liefern die Ausstellungen an den acht Standorten des LWL-Industriemuseums. Das Museum agiert hier als so genannter „dritter Ort“, als Ort der Begegnung und Kommunikation, als Forum für den Austausch von Meinungen, von Werten, als ein Ort der Meinungsbildungskompetenz.

Im Anschluss an die Referate führte uns Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseum Dresden, durch sein Haus.

Auf der Fachtagung wurde auch ein neues Sprecherteam gewählt. Das neue Team bilden nun Andrej Quade (Sprecher, Technisches Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern), Marion Grether (stellv. Sprecherin, Museum für Kommunikation Nürnberg) und Oliver Götze (stellv. Sprecher, DB Museum).

Für ihr langjähriges Engagement als Sprecherin danken möchten wir an dieser Stelle Rita Müller (Museum der Arbeit, Stiftung Historische Museen Hamburg) sowie Hanswalter Doppelmann (Umspannwerk Recklinghausen), dem bisheriger Beauftragten für Kommunikation!

Den Tagungsbericht finden sie im Bulletin des DMB 3/2019.

Herbsttagung 2018

Vor 30 Jahren beschloss die Mitgliederversammlung des DMB in Ulm, die bestehende Fachgruppe „Naturwissenschaftliche und Technische Museen“ umzubenennen in „Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen“ und eine eigenständige Fachgruppe „Technikhistorische Museen“ zu gründen.

Seither ist viel passiert. Die Industrie- und Technikmuseen haben sich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich etabliert, stehen heute aber vor neuen Herausforderungen. Globalisierung und Digitalisierung, demografischer Wandel und diverse Krisen verändern unsere Gesellschaft radikal. Wie gehen die Technik- und Industriemuseen damit um? Welche Rolle können sie in diesen Transformationsprozessen spielen? Wie reagieren sie auf die veränderten Erwartungen der Besucherinnen und Besucher? Welche Ideen und Konzepte haben sie entwickelt?

Die Herbsttagung am 27. und 28. September 2018 im Technoseum in Mannheim war für die Fachgruppe Anlass, um einerseits zurückzublicken und andererseits über die zukünftigen Konzepte, Ideen und Perspektiven der Museen zu diskutieren.

Die Tagungsberichte finden sie im Bulletin des DMB 3/2018, S. 32 sowie im Bulletin des DMB 4/2018, S. 43 ff.

Publiziert sind die Vorträge zudem in der Museumskunde Band 83/2018, Heft 2.

Frühjahrstagung 2018

Die Fachtagung der Technikhistorischen Museen fand im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven statt. Auch hier stand das Thema der Jahrestagung des DMB „Eine Frage der Haltung. Welche Werte vertreten Museen?“ im Mittelpunkt.

Urs Diederichs, ehemaliger Fachgruppensprecher näherte sich dem Tagungsthema in seinem Impulsvortrag „Technikmuseen auf dem Kurs zwischen Schiffbruch, Untiefen und Leuchtfeuern“ philosophisch, Joachim Breuninger, Direktor des Dresdner Verkehrsmuseums lieferte mit „Pegida, besorgte Bürger und das Verkehrsmuseum Dresden“ einen anschaulichen Erfahrungsbericht aus der Praxis und Philipp Aumann, wissenschaftlicher Leiter des Historisch-Technischen Museums Peenemünde blickte in seinem Beitrag „Mut zur Komplexität. Uneindeutigkeiten als Angebot zum selbständigen Reflektieren“ in die Zukunft seines Hauses.

Fazit: Wir Museumsleute müssen Handeln, wir sollen und wir wollen uns nicht im Elfenbeinturm verkriechen, wir müssen Haltung zeigen, auch in problematischen Fragen. Für unser Handeln im Museumsalltag sind wir allerdings zunächst den Werten des Grundgesetzes verpflichtet. Darüber hinaus gibt uns die Museumsdefinition des ICOM den Handlungsrahmen vor.

Den Tagungsbericht finden sie im Bulletin des DMB 2/2018, S, 34 f. 

Unsere Fachgruppensprecherin Rita Müller ist in den Vorstand des DMB gewählt worden. Herzlichen Glückwunsch!