Besucherorientierung & Sammlungsarbeit

Bisher spielt die Sammlungsarbeit, das Bewahren und Erforschen eingeschlossen, keine große Rolle in der Diskussion um eine stärkere Besucherorientierung von Museen. Andersherum taucht die Besucherorientierung zum Beispiel in der Debatte um die Entwicklung und schriftliche Fixierung von Sammlungskonzepten nur selten auf. Findet sie doch Erwähnung, schließt sich daran häufig die Befürchtung an, eine stärkere Orientierung des Museums nach außen gehe mit einem Verlust an Wissenschaftlichkeit einher.

Wir gehen davon aus, dass Besucherorientierung nur dann nachhaltig im Museum verankert werden kann, wenn sie als Querschnittsaufgabe für das ganze Haus begriffen wird. Als Herzstück der Museen sollte die Sammlung dabei kein Tabu sein und es gilt sich Fragen der Besucherorientierung auch in diesem Feld zu öffnen.

Im Rahmen einer Ausschreibung haben wir die Museumslandschaft dazu eingeladen, mit uns darüber nachzudenken, wie besucherorientierte Sammlungsarbeit in Theorie und Praxis aussehen könnte, und um innovative Ideen für eine besucherorientierte Sammlungsarbeit gebeten.

Sechs Museen erhalten im Jahr 2018 eine finanzielle Förderung in Höhe von 5000 Euro, um ihre Idee im Rahmen eines Projektes zu erproben. Darüber hinaus haben sie die Möglichkeit, sich im Rahmen zweier Workshops auszutauschen, sich zu beraten und gemeinsam zu reflektieren. Für 2019 sind außerdem eine öffentliche Veranstaltung und eine Publikation geplant, mit denen die Ergebnisse in die breitere Museumslandschaft getragen und zur Diskussion gestellt werden sollen.

Aus den 32 Bewerbungen wählte die Jury folgende sechs Projekte für eine Förderung aus:

Jury:
Julia Hagenberg, Kunstsammlung Nordrhein Westfalen, Leiterin Bildung
Gregor Isenbort, Leiter der DASA Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund sowie Mitglied des Vorstands des Deutschen Museumsbundes e.V.
Hans Lochmann, Leiter der Geschäftsstelle des Museumsverbands Niedersachsen und Bremen
Susanne Roeßiger, Leiterin der Abteilung Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums
Dr. Markus Speidel, Leiter der Fachabteilung Volkskunde und des Museums der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch, Landesmuseum Württemberg